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Story

So reichhaltig sind die Schweizer Böden

Mit Getreide, Kartoffeln bis hin zu Obst und Gemüse versorgt unsere Landwirtschaft die Schweizer Bevölkerung zu 60 Prozent. Dazu müssen die Schweizer Böden unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Mit Getreide, Kartoffeln bis hin zu Obst und Gemüse versorgt unsere Landwirtschaft die Schweizer Bevölkerung zu 60 Prozent. Dazu müssen die Schweizer Böden unterschiedliche Funktionen erfüllen. Mit Getreide, Kartoffeln bis hin zu Obst und Gemüse versorgt unsere Landwirtschaft die Schweizer Bevölkerung zu 60 Prozent. Dazu müssen die Schweizer Böden unterschiedliche Funktionen erfüllen. 

Die Schweiz beherbergt viele unterschiedliche Arten von Böden. Diese Unterschiede sind hauptsächlich durch die grosse Gesteinsvielfalt und die Klimaunterschiede entstanden. Aber mit einer Fläche von 41 293 Quadratkilometer verfügt unser Land über eine begrenzte Ressource Boden, die verschiedenen Funktionen und Anforderungen gerecht werden muss (vgl. Kasten). Berücksichtigt man die Sömmerungsweiden im Berggebiet, produzieren wir auf mehr als einem Drittel unserer Böden Lebensmittel. Allerdings gehen die landwirtschaftlich genutzten Flächen seit etwa dreissig Jahren immer weiter zurück. «In der Talzone verlieren wir jede Sekunde 1,1 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche», heisst es beim Bundesamt für Statistik (BFS). Nach den letzten Zahlen des BFS sank die landwirtschaftliche Nutzfläche 2019 gegenüber 2018 um 1247 Hektaren und beläuft sich jetzt auf 1044 Millionen Hektaren. Die wichtigste Kultur in der Schweiz? Das Getreide. Es erstreckt sich über fast 140 000 Hektaren, was etwa der Fläche des Kantons Luzern entspricht. Die Landwirtschaft unterscheidet zwischen Brotgetreide für den Menschen und Futtergetreide für die Tiere. Wie das Land ist auch die Produktion diversifiziert. Vom Gemüsebau im Seeland über den Obstbau im Wallis, in der Genferseeregion, in der Zentralschweiz oder im Thurgau bis hin zu unseren alp-wirtschaftlichen Nutzflächen prägt sie die Landschaft und die Kultur.

« In der Talzone verlieren wir jede Sekunde 1,1 m2 Landwirtschaftsfläche »

Die Schweiz, Land der Kartoffel
fenaco Landesprodukte vermarktet das ganze Jahr über etwa 150 verschiedene Sorten Obst, Gemüse und Kartoffeln. «Bestimmte Lebensmittel wie Äpfel, Karotten, Zwiebeln oder auch Kartoffeln sind praktisch das ganze Jahr über aus Schweizer Landwirtschaft erhältlich. Dank unserer modernen Infrastrukturen können wir die Produkte ohne Qualitätsverlust mehrere Monate lang lagern», erklärt Markus Hämmerli, Leiter fenaco Landesprodukte. Die Kartoffel nimmt in der Schweizer Agrarwirtschaft einen wichtigen Platz ein. Sie wächst auf über 10 000 Hektaren. fenaco Landesprodukte kann auf die Produktion von 895 Landwirtinnen und Landwirten zählen, die jährlich etwa 150 000 Tonnen Kartoffeln in die Lagerhallen überall in der Schweiz liefern – Bercher, Payerne, Ins, Bargen, Bätterkinden, Herzogenbuchsee, Frauenfeld und Marthalen- einige Lieferungen gehen auch direkt an den Verarbeitungsbetrieb von frigemo in Cressier. «Etwa ein Drittel der geernteten Mengen wird direkt verarbeitet oder verkauft; zwei Drittel werden gelagert», erläutert Jörg Schär, Category Manager Frischkartoffeln bei fenaco Landesprodukte. So kann fenaco Landesprodukte das ganze Jahr über etwa 45 verschiedene Sorten für verschiedene Verwendungszwecke liefern. Denn die Kartoffeln sind in der Schweizer Küche sehr beliebt. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 45 Kilogramm.

Obst und Gemüse in jeder Saison
Auch die Obst- und Gemüseproduktion spielt eine wichtige Rolle für unsere Landwirtschaft. Neben dem Lagergemüse wie Karotten oder Zwiebeln bietet fenaco Landesprodukte eine Vielzahl frischer, saisonaler Produkte für ihre Kundschaft aus der ganzen Schweiz an. 91 Prozent der wichtigsten LebensmittelRohstoffe, welche die fenaco handelt und verarbeitet, stammen aus der Schweiz. «Steinobst, Beeren, Tomaten und Salate sind nur saisonal erhältlich. Für die Landwirtinnen und Landwirte ist es entscheidend, die richtigen Sorten anzupflanzen. Je nach Auswahl können sie ein saisonales Produkt für längere Zeit anbieten. Denn jede Sorte reift zu einem anderen Zeitpunkt», betont Markus Hämmerli. Die Obst- und Gemüsezentrale (OGZ) in Ins liefert viele frische Produkte an Kundinnen und Kunden in der ganzen Schweiz. Auch eine breite Palette an Bio-Produkten ist erhältlich. Von März bis November werden zum Beispiel rund eine Million Kopfsalate, der Lieblingssalat der Schweizer Bevölkerung, produziert und ausgeliefert. «Im April beginnt dann die Tomatensaison. Bis November vermarkten wir etwa zehn Sorten Schweizer Tomaten in allen Farben. Das sind rund 1450 Tonnen», erklärt Daniel Schwab, Category Manager Gemüse bei fenaco Landesprodukte.

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Die Funktionen des Bodens

Wenn man von Bodenfunktionen spricht, denkt man zuerst an die Agrarproduktion, denn der fruchtbare Boden ist der Ursprung unserer Lebensmittelversorgung. Aber das ist nur eine von vielen Fähigkeiten des Bodens:

Rohstoff: Der Boden umschliesst Baustoffe wie Kies und speichert Wasser und Erdwärme.

Träger: Der Boden dient als fester Baugrund.

Produktion: Der Boden bietet die Bedingungen und die nötigen Nährstoffe, um Lebens- und Futtermittel zu produzieren.

Natürlicher Lebensraum: Der Boden ist die Lebensgrundlage zahlreicher Organismen und trägt zur Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie der Ökosysteme bei.

Regulierung: Der Boden wirkt wie ein Filter. Organische Stoffe werden zersetzt, umgewandelt und als Nährstoffe wiederverwendet.

Archiv: Der Boden bewahrt natur- und kulturgeschichtliche Informationen auf.

7000 Hektaren Obst
Auch Obst hat die Schweiz zu bieten, es wird auf insgesamt 7000 Hektaren angebaut. Mit seinem kompletten Kern- und Steinobstsortiment gehört fenaco Landesprodukte zu den wichtigsten Vermarktern des Landes. Zweifellos ist der Apfel der König des Obstbaus. Die Früchte dienen oft der Herstellung von Schorle, Most oder Apfelsaft bei RAMSEIER Suisse AG. «Die Mostereien von RAMSEIER Suisse in Oberaach (TG) und Sursee (LU) verarbeiten jährlich im Durchschnitt 50 000 Tonnen Mostobst», erklärt Christoph Richli, CEO von RAMSEIER. «Dank unseren drei Lager- und Aufbereitungsstandorten für Kernobst, Léman Fruits in Perroy, Union-Fruits in Charrat und Obsthalle in Sursee, können wir die Bevölkerung das ganze Jahr über mit Obst aus heimischem Anbau versorgen», betont Christian Bertholet, Category Manager Kernobst bei fenaco Landesprodukte. Glücklicherweise, denn der Apfel ist die unangefochtene Lieblingsfrucht der Schweizer Bevölkerung. Jeder Einwohner verzehrt davon jährlich mehr als 16 Kilogramm.

Lokal und nachhaltig konsumieren
Die Schweiz verfügt über einen Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln von etwa 60 Prozent. So bleibt die einheimische Produktion die tragende Säule der Schweizer Lebensmittelsicherheit. «Der Grenzschutz ist ein wichtiges Instrument zum Schutz der einheimischen Produktion. Bei den Produkten mit hohem Selbstversorgungsgrad gleichen die Importe das Angebot mit der Nachfrage ab», betont Markus Hämmerli. Zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft guter Qualität bleibt der lokale Konsum die beste Lösung. Je kürzer die Transportwege, desto besser die Lebensmittelqualität. Wenn die Kundschaft lokale und saisonale Produkte bevorzugen, bedeutet das auch, dass sie frische Produkte mit garantierter Rückverfolgbarkeit verzehren. «Dank des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) erfüllen die Produkte von Suisse Garantie strenge Umweltauflagen», schliesst Markus Hämmerli. Nachhaltige Entwicklung wird in der Schweiz aktiv umgesetzt, damit die fruchtbaren Böden, blühenden Felder und gesunden Tiere auch morgen noch zur Schweizer Landschaft gehören.

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Der Regenwurm: Indikator und Förderer der Bodenqualität

Als Bodenbauer nutzt der Regenwurm alles Leben im Boden. Er wendet und belüftet die Erde. Er ist ein echter Marker für gute Bodengesundheit! Die Regenwürmer sollten also gefördert statt dezimiert werden. Und ihre Ausscheidungen sind echte Schätze für die Böden. In der Fachsprache nennt man sie «Lösung». Sie ist spiralförmig und doppelt so reich an Mineralien (Stickstoff, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium) wie die Erde. Die Lösung ist also ein natürlicher Dünger.

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