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Auf das Fundament kommt es an

Die Beschaffenheit des Bodens ist besonders wichtig für guten Wein. Sie beeinflusst das Wachstum und den Geschmack der Traube. Nun züchten die Weinbäuerinnen und Weinbauern besonders robuste Rebsorten.

Die Beschaffenheit des Bodens ist besonders wichtig für guten Wein. Sie beeinflusst das Wachstum und den Geschmack der Traube. Nun züchten die Weinbäuerinnen und Weinbauern besonders robuste Rebsorten.

Der Boden, Klimaeinflüsse und das Wetter prägen den Geschmack des Weins. Die lokalen Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit sind jedoch besonders herausfordernd für die Weinbäuerinnen und Weinbauern. «Im Raum Winterthur ist der Boden lehmig und sandig. Nur wenige Kilometer weiter Richtung Schaffhausen ist er viel tonhaltiger. Im Bündnerland dagegen findet man überwiegend steinigen Boden», erklärt Jürg Schönenberger, Leiter Kulturen bei Rutishauser-DiVino. Je nach Boden eignen sich andere Rebsorten.

Der perfekte Boden
Der Boden bietet die Lebensgrundlage für die Reben. Er dient als Nährstoffspeicher, Wasserreservoir und Regulator für Klimaeinflüsse. Ein für Reben perfekter Boden sollte durchlässig sein und die Pflanze mit genügend Wasser versorgen.

Boden beeinflusst den Geschmack
Nebst der Traubensorte beeinflusst die Bodenbeschaffenheit den Geschmack des Weines merklich: «Schiefer und andere mineralhaltige Böden ergeben oft weniger fruchtige Weine mit eigenem Charakter.Reben auf Geröll- und Schotterböden hingegen bringen reife und sehr fruchtige Weine mit erdigem Aroma hervor. Auf Tonböden, wie sie in Schaffhausen zu finden sind, sind die Ernteerträge oft hoch, da diese Böden viel Wasser speichern können. Die dort gepflanzten Reben werden zu kraftvollen und schweren Weinen verarbeitet», sagt der Weinexperte Jürg Schönenberger

Vom Pilz befallen
Die Bodenqualität beeinflusst neben dem Geschmack auch die Entwicklung von schädlichen Pilzkulturen. Dies stellt eine grosse Herausforderung für die Winzerinnen und Winzer dar. Statt auf Pflanzenschutzmittel zu zählen, setzen einige von ihnen deshalb seit einigen Jahren pilzwiderstandsfähige (Piwi-)Rebsorten ein. Zu den bekanntesten Piwi-Reben gehören Cabernet Jura, Monarch, Regent, Maréchal Foch und Léon Millot (rot) sowie Johanniter, Seyval Blanc und Solaris (weiss). Diese Rebsorten sind weniger anfällig auf Pilzkrankheiten wie Echter Mehltau, Falscher Mehltau oder Grauschimmel. Bisher ist die Rebfläche dieser sogenannten Piwi-Sorten in der Schweiz allerdings gering. Zwar ist die Anbaufläche zwischen 2007 und 2017 um gut 87 Hektaren auf 256 Hektaren angestiegen. Gemessen an der Gesamterbe läche machen die Piwi-Sorten aber nur 1,8 Prozent aus.

« Der Boden beeinflusst den Geschmack des Weines merklich »

Dabei bringen sie einige Vorteile im Anbau mit sich. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann mit den robusten Sorten deutlich reduziert werden. Damit sinken auch die Kosten für den Maschineneinsatz und den Arbeitsaufwand. Gleichzeitig werden Umwelt und Nützlinge geschont sowie das Risiko von Bodenverdichtungen gesenkt, weil der Boden nicht mit schweren Gefährten belastet wird. «Der Absatz dieser Weine ist jedoch eine echte Herausforderung », erklärt Jürg Schönenberger. Denn die meisten Konsumentinnen und Konsumenten würden ausschliesslich kaufen, was sie bereits kennen und schätzen. Der etwas andere Geschmack von Piwi-Trauben ist in der Schweiz noch nicht bekannt; die Weine blieben deshalb vorderhand ein Nischenprodukt. «Der Geschmack Dieser Weine ist oft herber, nicht so fruchtig und dezent. Dank intensiver Forschung und Weiterentwicklung können die Piwi-Weine aber hoffentlich bald auch geschmacklich ein breites Publikum überzeugen», hofft der Kenner.

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