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Story

Weihnachts-Geschenkkorb von Volg: Vom Einzelprodukt auf den Päcklitisch

Im Dezember sieht man sie in jedem Volg: Geschenkkörbe. Sie werden in Winterthur von Hand bestückt.

Melanie Schweizer im Volg-Verteilzentrum

Im Dezember sieht man sie in jedem Volg: die Geschenkkörbe «David». Diese haben dann meist schon einige Kilometer hinter sich, denn alle werden in Winterthur von Hand bestückt.

Dass man in der Volg-Verteilzentrale Winterthur schon in Weihnachtsstimmung ist, sieht man in den riesigen Lagerhallen nicht gleich auf den ersten Blick. Dabei sind hier Mitte November die Festtags-Vorbereitungen schon seit Wochen in regem Gange; der Lagerplatz für die Weihnachtsschoggi ist längst wieder geräumt. In 50 000 Umkartons (Handelseinheiten) haben sich die süssen Samichläuse, Tannenzapfen und Pralinen auf ihren weiteren Weg in die übrigen Verteilzentralen und danach in die über 580 Volg Läden gemacht. Es ist aber nicht nur die Schokolade, welche auf das frohe Fest hindeutet. Im Volg kann man auch einen Geschenkkorb kaufen, prall gefüllt mit den unterschiedlichsten Leckereien. Seine Reise startet er in Winterthur.

Melanie Schweizer leitet das kleine Team, welches jeden Oktober den Geschenkkorb «David» zusammenstellt und für die Auslieferung vorbereitet. Es ist bereits das fünfte Jahr, in dem sich die Betriebsmitarbeiterin dieser Aufgabe widmet, gemeinsam mit ein bis zwei Kolleginnen und Kollegen, darunter eine temporäre Aushilfe, meist eine Studentin oder ein Student.

«Wir teilen uns die Arbeit auf. Jeder macht das, womit er sich am wohlsten fühlt. Jemand kleidet den Korb mit Seidenpapier aus, der nächste füllt die Produkte in den Korb und ordnet sie hübsch an und schliesslich packt jemand das Ganze in Zellophanfolie ein», erklärt Schweizer. Obwohl die Fertigung der Geschenkkörbe eine reine Routinearbeit ist: Der 28-Jährigen macht die Aufgabe Freude. «Das Verpacken ist schon anstrengend. Es ist aber eine schöne Arbeit, schliesslich wird es ein Weihnachtsmitbringsel – und wenn wir fertig sind, vermisse ich die Zeit schon bald ein bisschen.»

Rund 2200 Geschenkkörbe haben Melanie Schweizer und ihr Team dieses Jahr gefertigt. Die Produkte hierzu wurden auf insgesamt 32 Paletten angeliefert. Darunter befinden sich fenaco Eigenmarken wie die RAMSEIER Schorle oder das Volg Apfelmus, aber auch Markenprodukte wie Haribo Goldbären oder Twinings Tee. Die Produktauswahl erfolgt sorgfältig in einem kleinen Gremium – ausschliesslich auf Volg Hausmarken setzen will man dabei nicht. «Es geht ja nicht um Vermarktung, sondern darum, ein attraktives und in seinen Einzelteilen aufeinander abgestimmtes Angebot zu kreieren», so Patrick Hardmeier, der zuständig ist für die Logistikprozesse und Beschaffung der Betriebsmittel im Verteilzentrum Winterthur.

Um die Geschenkkörbe möglichst effizient bestücken zu können, werde das Konzept der Inselfertigung angewendet, erklärt der Fachmann weiter. Das bedeutet, dass es für Melanie Schweizer und ihr Team einen zentrierten Arbeitsplatz gibt, an dem alle Ressourcen und Produkte bereitstehen und die einzelnen Schritte ausgeführt werden. «So müssen die Mitarbeitenden nicht ständig durch das ganze Lager springen und können sich ganz auf das Fertigen der Geschenkkörbe konzentrieren.»

Die fertig bepackten, mit Schlaufe und Volg Chläberli verzierten Körbe werden schliesslich über die interne Transportbahn von der Konfektion quer durchs Gebäude zur Kommissionierung befördert. Kommissioniert werden die Geschenkkörbe auf Rollcontainer, in denen sie später an die Läden geliefert werden. Theoretisch hätte «David» acht Mal in einem solchen Rollcontainer Platz. In der Praxis bestellt jedoch kaum ein Laden so viele Geschenkkörbe. Bevor die Waren in den Verkaufsstellen ankommen, machen sie meist einen Halt in den Verteilzentralen Oberbipp oder Landquart. Dort werden sie mit den Getränke-Bestellungen ergänzt und erst anschliessend in die Regionen und Läden geliefert.

Im Warenausgang der Verteilzentrale Winterthur warten bereits die TRAVECO-Lastwagen darauf, mit den Geschenkkörben beladen zu werden. Früher nutzte man für den Transport noch den Schienenverkehr. Heute erinnern nur noch die Gleise an diese Zeit. Anders dagegen im Bündnerland: In der Verteilzentrale Landquart wird die Ware direkt an der Rampe auf einen Güterzug der Rhätischen Bahn (RhB) umgeladen. «Wir sichern damit die Versorgung von entlegenen Dörfern», erklärt Bereichsleiter Karl Kühne. «Der Transport mit der Bahn verschafft uns hier einen enormen Vorteil. Auf den engen Passstrassen nach Südbünden mit dem grossen LKW unterwegs zu sein, ist nicht effizient.»

Bevor «David» in den Südbündner Volg-Läden ankommt, muss er noch ein letztes Mal umsteigen. Dort wartet er dann darauf, dass ihn jemand mit nach Hause nimmt – und er als Geschenk oder Mitbringsel eine weihnachtliche Freude beschert.