Bei Halag Chemie dreht sich alles um Hygiene und Sicherheit. Andreas Fuchs, Hansueli Götti und Erich Thoma aus den Bereichen Produktentwicklung, Produktion und Kundenberatung sorgen Tag für Tag für Top-Lebensmittelhygiene in der Schweizer Lebensmittelindustrie.
Produktentwicklung im Innovationslabor
Seit über 20 Jahren prägt Andreas Fuchs die Produktentwicklung bei Halag Chemie. Wer sein Labor betritt, findet sich inmitten von Flaschen, Kolben und Messgeräten wieder. Und doch geht es um mehr als chemische Formeln: «Wir denken immer an die Menschen, die später mit unseren Produkten arbeiten. Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen sichere und hochwertige Lebensmittel auf dem Tisch haben.»
Die Aufgaben in der Produktentwicklung sind vielseitig. Das Team prüft Rohstoffe auf ihre Eignung für neue Produkte. Es entwickelt neue Rezepturen und stellt im Rahmen der Qualitätskontrolle sicher, dass bestehende Produkte die Spezifikationen erfüllen. Halag Chemie stellt hochkonzentrierte Reinigungsmittel für Profikunden her. Vor der Anwendung müssen sie verdünnt werden. «Unsere Kunden verlangen, dass unsere Produkte schnell und trotzdem nachhaltig wirken. Während der Reinigung kann nicht produziert werden. Reinigungszeit ist deshalb teuer.» Sicherheit ist dabei oberstes Gebot: Jede Substanz wird auf ihre Umweltverträglichkeit und toxikologische Unbedenklichkeit geprüft. «Wir haben eine enorme Verantwortung. Wir entwickeln Produkte, die jeden Tag in Lebensmittelbetrieben eingesetzt werden. Ein Fehler wäre fatal.»
Besonders spannend wird es, wenn sich Kunden mit neuen Herausforderungen an das Team wenden. Jährlich entstehen mehrere Neuentwicklungen, die konkrete Probleme aus den Betrieben lösen. Andy erläutert dies anhand eines Beispiels aus der Käseherstellung: «Bestimmte Rückstände oder Biofilme lassen sich nicht mit Standardprodukten lösen. Da müssen wir unser Know-how nutzen und trotzdem immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleiben.» Hier kam das «Starprodukt» von Halag Chemie zum Einsatz. CIP 467 ist eine leistungsstarke CIP-Lauge, die Eiweiss-, Fett- und Mineralablagerungen zuverlässig entfernt. Sie enthält Mineralienlöser sowie Komplexbildner für maximale Wirkung.
Mensch und Maschine in der Produktion
Während im Labor an Innovationen getüftelt wird, sorgt die Produktion dafür, dass die Produkte von Halag Chemie zuverlässig und in gleichbleibender Qualität beim Kunden ankommen. Hansueli Götti, Leiter der Produktion, spricht von einem «präzisen Zusammenspiel von Menschen und Anlagen». Die Produktion folgt klaren Abläufen: Rohstoffe werden angeliefert, geprüft und nach strengen Vorgaben verarbeitet. «Bei uns verlässt kein Gebinde die Halle, ohne dass es dokumentiert und kontrolliert wurde», betont Hansueli. Die Hygienestandards sind hoch: Auch wenn Halag Chemie Reinigungsmittel herstellt, müssen die Tanks regelmässig gereinigt werden. Durch eine ausgeklügelte Produktionsreihenfolge werden Kreuzkontaminationen von Inhaltsstoffen vermieden. Säuren, Laugen und Desinfektionsmittel laufen niemals durcheinander. «Das ist wichtig für die Produktsicherheit», sagt Hansueli, «und auch für unsere Mitarbeitenden könnte es gefährlich werden, würden wir uns nicht strikt an die vorgegebenen Produktionsprozesse halten.»
Hansueli Götti erinnert sich an die Coronapandemie. Damals war die Produktion ausserordentlich gefordert. Rohstoffe waren knapp. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln konnte kaum gestillt werden. Im Gegenzug fiel das Bestellvolumen für professionelle Geschirrreiniger in sich zusammen, weil die Gastronomiebetriebe zeitweise geschlossen waren. «Wir mussten unter Hochdruck beschaffen, verarbeiten und ausliefern. Unsere Produktionskapazitäten haben wir mehr oder weniger über Nacht der veränderten Nachfrage angepasst. Das war nur möglich, weil alle an einem Strang gezogen haben.»
Für Hansueli Götti und sein Team bleibt es spannend. Neben der heutigen Produktionshalle entsteht ein automatisches Hochregallager, das deutlich mehr Kapazität schafft und die Arbeit erleichtert. Damit werden auch die Produktions- und Laborflächen vergrössert, um mehr Flexibilität und moderne Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. «Für uns bedeutet das effizientere Prozesse, weniger körperliche Belastung und noch mehr Sicherheit. Es profitieren nicht nur die Kunden, sondern auch wir als Team.»
Hansueli Götti ergänzt: «Viele sehen nur das fertige Produkt im Regal. Aber was hier drinsteckt, ist Teamwork, Sorgfalt und die Verantwortung jedes Einzelnen.» All das braucht es, damit Halag Chemie ihren Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und zur Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten leisten kann.
Nah dran beim Kunden
Die Arbeit von Erich Thoma spielt sich nicht im Labor oder in der Produktionshalle ab, sondern direkt bei den Kunden. «Wir sind dort unterwegs, wo Lebensmittel erzeugt und verarbeitet werden. Dort, wo es drauf ankommt.» Erich Thoma kennt die Herausforderungen seiner Kunden genau: gewerbliche und industrielle Käsereien, Metzgereien, Bäckereien, Gemüseverarbeiter, Gastrobetriebe und landwirtschaftliche Erzeuger – überall geht es um ein hohes Mass an Hygiene und Lebensmittelsicherheit. Gemeinsam mit den Betrieben entwickelt Erich Thoma massgeschneiderte Reinigungskonzepte, prüft Dosieranlagen oder begleitet Spezialreinigungen.
«Wir beraten und unterstützen unsere Kunden. Die Gegebenheiten sind in jedem Betrieb anders. Darum braucht es individuelle Hygienekonzepte und Reinigungspläne. Wir können und wollen keine Standardlösung überstülpen.»
Die Hygiene ist essenziell für die Lebensmittelindustrie. Darum sensibilisiert Erich Thoma die Mitarbeitenden seiner Kunden mit regelmässigen Schulungen, Kontrollen und Validierungen. Auch in besonders heiklen Situationen wird er beigezogen, zum Beispiel wenn Listerien im Spiel sind. Listerien sind Bakterien, die in der Umwelt, in Lebensmitteln und im Tierreich vorkommen und beim Menschen Infektionen (Listeriose) auslösen können. Besonders gefährdet sind Schwangere, Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem, da die Erkrankung schwer verlaufen kann. «Dann ist sofortiges Handeln gefragt. Der Betrieb steht still, die Unsicherheit ist gross. Wir kommen, analysieren die Situation, setzen Spezialreiniger ein und sorgen dafür, dass schnell wieder produziert werden kann.» Für Erich Thoma ist das mehr als nur ein Job: «Es ist ein gutes Gefühl, wenn ein Unternehmen nach einer solch schwierigen Situation die Produktionsanlage wieder sicher starten kann. Und am Ende gesunde Lebensmittel im Regal stehen.» Immer mehr Kunden legen Wert auf ressourcenschonende Verfahren: weniger Wasser, weniger Energie, weniger Chemie. «Es ist extrem spannend, Lösungen zu entwickeln, die diesen Anforderungen gerecht werden. Das motiviert uns, noch innovativer zu denken.»
Ausbau bei Halag Chemie: In Zukunft mehr Platz und Sicherheit
Halag Chemie wächst: Darum wird in Aadorf (TG) seit April 2025 gebaut. Ein wesentlicher Grund für den Ausbau ist die seit Jahren unzureichende Lagerkapazität. Seit 2021 muss Halag Chemie externe Flächen nutzen. Mit der Erweiterung unter anderem um ein Hochregallager schafft sie zusätzliches Pflichtlager für die fenaco. Auch die Produktion und das Labor profitieren: Eine neue explosionsgeschützte Zone ermöglicht volle Kapazität für Desinfektionsmittel. Zudem werden die Laborflächen vergrössert, klimatisiert und damit zukunftsfähig ausgestattet.
Darüber hinaus entstehen 13 neue Büroarbeitsplätze, moderne Seminarräume für bis zu 35 Personen sowie zusätzliche Flächenreserven für weiteres Wachstum. Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Fassade sorgen für eine nachhaltige Energieversorgung. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.