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Gesundheit am Arbeitsplatz: füreinander sorgen

Kathrin Jani, HR Business Partner, und Marion Thomet vom Weiterbildungszentrum fenaco competent sprechen über Gesundheit im privaten und beruflichen Kontext.

Kathrin Jani ist HR Business Partner und baut aktuell das Gesundheits­management bei der fenaco auf. Marion Thomet vom Weiterbildungszentrum fenaco competent leitet den internen Kurs «Gesund führen – gesund arbeiten!». Gemeinsam sprechen sie über Gesundheit, privat und beruflich.

Wie bleibt ihr selber fit, mental und körperlich?

Marion Thomet: Ich suche den Ausgleich in der Natur. Zum Beispiel tauche ich oft in unseren Dorfwald ein und spaziere gern – auch nachts mit Taschenlampe. Zudem achte ich auf genügend Schlaf. Diesen lasse ich mir auch in stressigen Phasen nicht nehmen.
Kathrin Jani: Auch ich bin sehr naturverbunden und bewege mich gerne draussen. Zum Beispiel beim Golfspielen oder auf dem E-Bike – das hilft mir herunterzufahren. Ich schätze aber auch die ruhigen Bewegungen beim Yoga. Da kann ich meine Batterien aufladen.

Wie steht es am Arbeitsplatz? Wo seht ihr da die grössten gesundheitlichen Themen?

Kathrin: Seit der Coronapandemie ist die mentale Gesundheit ein grosses Thema: Die ständige Erreichbarkeit, der steigende Leistungsdruck und schnelle Veränderungen, aber auch die aktuelle geopolitische Lage verunsichern viele und verursachen Stress – nicht nur beruflich, sondern auch privat. Bei den jungen Mitarbeitenden kommt oft der soziale Druck durch Social Media dazu. In der Folge sind die Absenzen in den letzten Jahren stetig gestiegen, insbesondere die langfristigen. 
Marion: In meinen Kursen und Workshops höre ich allerdings auch oft, dass Mitarbeitende eine gewisse Anspannung oder Dynamik durchaus motivierend finden. Wichtig ist, dass es auch Phasen der Ruhe und Reflexion gibt. Diese kommen in der heutigen, schnell getakteten Arbeitswelt oft zu kurz – und dann kann Engagement leicht in «Über»-Engagement kippen.
Kathrin: Das sehen wir auch in den Zahlen. Bei der fenaco-LANDI Gruppe liegen wir bei den gesundheitsbedingten Absenztagen in etwa im Branchendurchschnitt, aber dennoch gibt es Handlungsbedarf.

Kathrin Jani, HR Business Partner
« Wir wollen die Gesundheit am Arbeitsplatz langfristig fördern. »

Auch die Mitarbeitendenumfrage iden­tifizierte die Gesundheit als Handlungsfeld bei der fenaco . . .

Kathrin: Dieses Thema nimmt die fenaco ernst. Es geht darum, genau hinzuschauen. Wo genau kommt die Belastung her? Und wie können wir sie gezielt reduzieren? Es braucht unterschiedliche Massnahmen, denn unsere Arbeitsumgebungen unterscheiden sich stark – je nach Branche und Tätigkeit. Wir wollen Gesundheit im Arbeitsalltag nicht mit einzelnen Aktionen, sondern mit einer langfristigen Strategie fördern. 
Marion: Dazu gehört auch das Führungsverhalten. Mit dem neuen Kurs «Gesund führen – gesund arbeiten!» setzen wir bei den Vorgesetzten an. Sie haben eine Vorbildfunktion. Ihr Verhalten setzt einen Standard, der von den Mitarbeitenden gespiegelt wird, bewusst oder unbewusst. Chefinnen und Chefs sollten erkennen, wenn es jemandem nicht so gut geht. Dann heisst es, das Gespräch zu suchen, Unterstützung anzubieten und – wenn nötig und in Absprache mit Fachstellen – weitere Massnahmen einzuleiten. Gleichzeitig stärken wir im Kurs das Bewusstsein der Führungskräfte für ihre eigene Gesundheit und zeigen auf, wo die Grenzen ihrer Fürsorgepflicht sind.
Kathrin: Dieser Kurs ist der erste Baustein des betrieblichen Gesundheitsmanagements, das ich zurzeit bei der fenaco aufbaue. Ziel des Kurses ist es, Führungskräfte bereichsübergreifend für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, diese Aspekte aktiv in ihren Führungsalltag zu integrieren. Es gibt aber auch Mass­nahmen, die auf Mitarbeitende ohne Führungsfunktion oder auf spezifische Probleme in einzelnen SGE abzielen. Das kann eine Kooperation mit dem Luftibus der Lungen­liga sein. Oder ein Standort entscheidet sich, gesunde Ernährung zu fördern, und lässt die Mitarbeitenden unter fachkundiger Anleitung kochen.

Damit macht man auch etwas für den Teamgeist.

Marion: Ganz genau – und dieser ist sehr wichtig für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Es ist zentral, eine Teamkultur zu schaffen, die auf Vertrauen, Transparenz und Sicherheit gründet. Probleme und Unsicherheiten sollen angesprochen werden können. Das fällt aber nicht allen gleich leicht.
Kathrin: Hier können wir HR Business Partner helfen: In Fällen, in denen der Austausch schwerfällt, übernehmen wir etwa die Gesprächsleitung und bringen eine neutrale Sicht ein.
Marion: Solche Gespräche zu führen, ist anspruchsvoll, aber es lässt sich lernen. Wir vom Weiterbildungszentrum fenaco competent vermittelt diese wichtige Fähigkeit in verschiedenen Kursen.

Marion Thomet, fenaco competent
« Die ganz kleinen Dinge sind wichtig fürs Miteinander. »

Und wie können die Mitarbeitenden innerhalb der Teams füreinander sorgen?

Kathrin: Das fängt bei der Selbstfürsorge an. Man sollte nie vergessen, auf sich selber zu schauen, zur Ruhe zu kommen und die eigenen Batterien aufzuladen. Dann geht man auch mit stressigen Situationen ganz anders um . . .
Marion: . . . und man ist so besser in der ­Lage, für andere da zu sein. Für mich sind es die ganz kleinen Dinge, die wichtig fürs Miteinander sind. Etwa, dass man mit ­einem Lächeln ins Büro kommt, freundlich «Guten Morgen» wünscht und Interesse an den anderen zeigt.

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