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Medienmitteilung

Eröffnung des neuen Zentrums für nachhaltigen Pflanzenschutz AGROLINE Bioprotect

Die fenaco Genossenschaft entwickelt seit 30 Jahren Lösungen für den alternativen Pflanzenschutz. Mit der Eröffnung des neuen Zentrums für nachhaltigen Pflanzenschutz AGROLINE Bioprotect in Aesch bei Basel baut sie ihre Kapazitäten in der Nützlingszucht massiv aus.

Die fenaco Genossenschaft entwickelt seit 30 Jahren Lösungen für den alternativen Pflanzenschutz. Mit der Eröffnung des neuen Zentrums für nachhaltigen Pflanzenschutz AGROLINE Bioprotect in Aesch bei Basel baut sie ihre Kapazitäten in der Nützlingszucht massiv aus. Parallel dazu lanciert das Unternehmen zusammen mit den LANDI Genossenschaften die Technologie-Plattform Innovagri. Ziel ist es, die Einführung und überbetriebliche Nutzung von innovativen Technologien in der Schweizer Landwirtschaft voranzutreiben.

Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wünschen sich eine Landwirtschaft, die möglichst ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auskommt. Gleichzeitig müssen die Lebensmittel hohen Qualitätsanforderungen gerecht werden und in ausreichender Menge verfügbar sein. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, braucht es im Pflanzenschutz neue Lösungsansätze. «Die fenaco Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, im alternativen Pflanzenschutz eine führende Rolle einzunehmen», sagt Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco. Die fenaco will mit diesem Engagement auch einen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der neuen Pestizid-Gesetzgebung leisten. Mit AGROLINE verfügt die fenaco dazu über eine spezialisierte Unternehmenseinheit. AGROLINE steht für einen umfassenden und nachhaltigen Pflanzenschutz und kann auf eine 30-jährige Erfahrung aufbauen. Bereits Ende der 1970er-Jahre begann die Genossenschaft damit, Nützlinge zu produzieren und zu vermarkten. Und die fenaco war eines der ersten Unternehmen in Europa, das Drohnen für die biologische Schädlingsbekämpfung aus der Luft einsetzte. Heute schützen Schlupfwespen der fenaco 15 Prozent des Schweizer Mais gegen den Maiszünsler – auf ganz natürliche Weise. Und in bereits 40 Prozent dieser Fälle werden die Schlupfwespeneier durch Drohnen ausgebracht.

Standort Aesch: Kapazitäten verdreifacht
«Die Nachfrage nach alternativen Pflanzenschutzmethoden steigt jährlich um rund 15 Prozent», sagt Regina Burger, Leiterin von AGROLINE Bioprotect, und fährt fort: «Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, haben wir die Kapazitäten am bestehenden Standort von AGROLINE in Aesch bei Basel massiv ausgebaut.» Das neue, rund 1700 m2 grosse Zentrum für nachhaltigen Pflanzenschutz AGROLINE Bioprotect wurde am 22. April 2021 offiziell eröffnet. Es umfasst Labors für Mikro- und Makroorganismen, eine Nützlingszucht sowie einen Logistikbereich für den Versand der Nützlinge an mehrere tausend Kundinnen und Kunden in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Produktionskapazitäten für die Schlupfwespen wurden verdreifacht. AGROLINE Bioprotect kann nun pro Jahr mehrere Millionen Optikugeln herstellen, mit denen die Schlupfwespeneier abgeworfen werden. Bis zu rund 30 Spezialistinnen und Spezialisten arbeiten in Aesch an Themen wie Wildbienen-Bestäubung, digitalem Monitoring im Vorratsschutz, Gemüse-,Obst- und Feldbau, Nützlingsausbringung durch Drohnen oder Unkrauterkennung mittels künstlicher Intelligenz. «Mit dieser Investition unterstreichen wir unsere Ambition, in der Entwicklung und beim Einsatz von nachhaltigen Pflanzenschutzlösungen eine zentrale Rolle zu spielen», sagt Michael Feitknecht, Leiter von AGROLINE und Mitglied der Geschäftsleitung der fenaco.

« Mit dieser Investition unterstreichen wir unsere Ambition, in der Entwicklung und beim Einsatz von nachhaltigen Pflanzenschutzlösungen eine zentrale Rolle zu spielen »
Michael Feitknecht, Leiter Pflanzenbau und Mitglied der Geschäftsleitung bei fenaco

Nützlinge sind essenziell für die Landwirtschaft: weitere Zulassungen beantragt
Nützlinge sind ein wichtiger Produktionsfaktor für die Schweizer Landwirtschaft. Sie kommen als natürliche Feinde von Schädlingen in der Natur vor und ernähren sich mehr oder weniger spezifisch exklusiv vom Zielschädling. Dieser Mechanismus wird im biologischen Pflanzenschutz gezielt genutzt. Langjährig bewährt sind Schlupfwespen für den Einsatz gegen den Maiszünsler und Stallfliegen. Die fenaco ist auch Pionierin beim Einsatz von Fadenwürmern, sogenannten Nematoden. Das Unternehmen vertreibt seit zwanzig Jahren drei verschiedene Nematodenarten, mit denen sieben Insektenschädlingsarten bekämpft werden, wie zum Beispiel der Gartenlaubkäfer-Engerling. Auch nützliche Pilze werden für den alternativen Pflanzenschutz gezüchtet und gezielt einsetzt. Treffen im Boden beispielsweise die Sporen des Pilzes Beauveria brognartii auf Maikäfer-Engerlinge, werden diese infiziert und abgetötet. In der Schweiz müssen biologische Schädlingsbekämpfungsmittel vom Bundesamt für Landwirtschaft in einem strengen Verfahren bewilligt werden. AGROLINE erwartet die Freigabe für die Zucht und den Vertrieb von verschiedenen weiteren Nützlingen, unter anderem für Marienkäfer und Florfliegen gegen Blattläuse sowie für Raubmilben gegen Spinnmilben.

Innovagri: innovative Technologien zugänglich machen
Zeitgleich mit der Eröffnung des Zentrums für nachhaltigen Pflanzenschutz lanciert AGROLINE zusammen mit den LANDI Genossenschaften die Technologieplattform «Innovagri». Sie fördern damit die Einführung und überbetriebliche Nutzung von neuen Technologien in der Schweizer Landwirtschaft. Ziel ist es, innovative Methoden für den nachhaltigen Pflanzenschutz zu testen und schnell bei den Schweizer Landwirtinnen und Landwirten einzuführen. Landwirtschaftsbetriebe haben die Möglichkeit, die neuen Technologien tageweise einzusetzen – ob für Tests vor der eigenen Investition oder für punktuelle Einsätze. Für die Landwirtschaftsbetriebe entfällt so der grosse administrative, logistische und finanzielle Aufwand bei der Anschaffung und im Unterhalt. Die Hürden für den Einsatz sinken für Gross- und Kleinbetriebe. «Mit Innovagri übertragen wir die Genossenschaftsidee ins Technologiezeitalter. Die Anschaffung dieser innovativen Maschinen und Geräte ist für Einzelbetriebe in der Regel zu risikoreich oder zu teuer. Gemeinsam können wir den Zugang sicherstellen und die Praktikabilität für eine breite Anwendung testen», sagt Michael Feitknecht. In einem ersten Schritt werden den Mitgliedern Lösungen von crop.zone, ecoRobotix und xPower angeboten.