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Story 4 Minuten

Die passenden Zutaten für einen gelungenen Neustart

Mit 52 Jahren hat Martin Sempach eine neue Aufgabe mitten im Weinkeller von Rutishauser-DiVino in Münchenbuchsee (BE) gefunden.

Er war ein halbes Leben lang Käser. Mit 52 Jahren hat Martin Sempach eine neue Aufgabe mitten im Weinkeller von Rutishauser-DiVino in Münchenbuchsee (BE) gefunden. Mit der dortigen Arbeit und dem Team fühlte er sich sofort verbunden – dank der guten Stimmung und des bodenständigen Naturprodukts.

Eine Excel-Liste mit unzähligen Positionen: Für die 273 Weintanks im Keller von Rutishauser-DiVino in Münchenbuchsee (BE) benötigt Martin Sempachs volle Aufmerksamkeit. Dieses digitale Abbild des Weinkellers begleitet ihn ab 6.30 Uhr bis Dienstschluss. Vom Weinkeller aus werden wöchentlich über 100 000 Liter Offenwein für Grossverteiler und Kunden wie LANDI und Volg abgefüllt. «Diese Liste mit Liter- und Inhaltsangaben pro Tank, Laborwerten und Auslieferungsdaten sowie die Verbuchung im SAP sind mein tägliches Brot», lacht der stellvertretende Leiter des sechsköpfigen Kellereiteams. «Wer hätte das gedacht? Zuvor war ich Käser und arbeitete mit den Händen – Computer war ein Fremdwort».

Der gelernte Käsermeister, der eigene Käsereien führte, ist 2018 per Zufall in der Kellerei gelandet. «Um als Käser weiterzumachen, hätte ich mit 52 Jahren einen neuen Betrieb übernehmen sollen. In dem Alter wollte ich das nicht mehr. Durch einen alten Schulkollegen erfuhr ich von der freien Stelle bei Rutishauser-DiVino», erzählt er. Ihn reizte es, nochmals dazuzulernen und nicht mehr jeden Tag bereits um 4 Uhr morgens bei der Arbeit zu stehen. «Der Quereinstieg wurde mir enorm leicht gemacht. Meine Arbeitskollegen nahmen mich bei der Hand und zeigten mir jeden Arbeitsschritt. Immer mit einem Witz oder einem Spruch auf den Lippen. Das gehört auch heute noch dazu», erzählt Martin Sempach, den hier alle «Tinu» nennen. «Dank der guten Stimmung und Hilfsbereitschaft im Team fühlen wir uns untereinander sehr verbunden.»

Parallelen zum Käsen

Tinu musste sich zwar mit der Arbeit an der «PC-Kiste», mit Excel-Listen und SAP zuerst anfreunden, alles andere fiel ihm jedoch leicht: «Als ehemaliger Käser bin ich es gewohnt, früh am Morgen zu starten und exakt und zügig zu arbeiten», meint er. «Auch beim Käsen habe ich mit Milliliter-Angaben gearbeitet und erlebt, welche Feinheiten und welches Gespür es braucht, bis am Ende ein schönes, feines Produkt entsteht. Und Lebensmittelhygiene war – wie hier – das A und O.»

Zahl für Zahl zum Kundenwunsch

Das Büro von Tinu steht mitten im Weinkeller. «Sozusagen in der Katakombe», schmunzelt er. Dass es hier stark nach Hefe und süsslichen Aromen riecht, stört ihn nicht. Auch nicht, dass bereits um 9 Uhr morgens ein Glas Weisswein auf seinem Pult steht. Es ist ein Deziliter eines Vin Blanc, der für Fondue-Mischungen bestellt worden ist. Tinu hat ihn kurz zuvor zusammen mit der Analyse aus dem Labor geholt. «Der Alkohol- und der pH-Wert müssen fürs Fondue stimmen. Und meine Nase und die meines Chefs müssen auch zufrieden sein», erklärt er. Bis ein Wein gemäss Kundenwunsch mundet, durchläuft er mehrere Laboranalysen und Degustationen durch das Kellerei-Team. «Erst wenn alle zufrieden sind, startet meine eigentliche Arbeit», sagt der stellvertretende Teamleiter. 

Martin Sempach, Stv. Leiter Kellerteam bei Rutishauser-DiVino
« Dank der guten Stimmung und Hilfsbereitschaft im Team fühlen wir uns untereinander sehr verbunden. »

Je nach Arbeitsauftrag für die Keller-Mitarbeitende werden die Mengen pro Jahrgang und die Mengen pro Region aus den Tanks berechnet. Gesetzliche Vorgaben zu den Verschnitten müssen ebenfalls beachtet werden. Auch der Alkoholgehalt und die Restsüsse müssen passen. Die Endrechnung ergibt dann, welche Tankinhalte den bestellten Inhalt bilden. So sehen die Mitarbeitenden im Auftragsformular, von welchen Weintanks sie wie viele Liter in den Zieltank pumpen sollen. «Das ist eine echte Zahlenjongliererei», lacht Tinu. Nicht ungern packt er deshalb selbst gelegentlich beim Umfüllen mit an.

Schöne Fügung

In Münchenbuchsee füllen die Mitarbeitenden das ganze Jahr hindurch Wein ab – im Herbst nach der Ernte ist der Keller einfach etwas voller. «Doch verleiden tut es mir nie. Schliesslich füllen wir immer wieder verschiedene Tropfen für eine Vielzahl von Kunden ab», betont er. Und er weiss: Die Stelle bei Rutishauser-DiVino erlaubt es ihm auch, seinen Hobbys nachzugehen: Seit über 30 Jahren ist er leidenschaftlicher Jäger, Rehkitzretter und Mitglied im lokalen Jodelclub in Burgdorf (BE), unweit von seinem Zuhause. Martin Sempach: «In der Jagdsaison darf ich tageweise Ferien beziehen, das ist nicht selbstverständlich, und ich schätze es sehr. Meine Freizeit in der Natur oder beim Jodeln ist seit jeher – nebst dem Familienleben – der perfekte Ausgleich zur Arbeit.» Dass seine Arbeit heute nicht mehr mit Milch, sondern mit Wein zu tun hat, findet er eine schöne Fügung:  «Auch unser Produkt entsteht aus Rohstoffen aus der Natur – mit Handwerk, Herzblut und Teamspirit. Mit perfekten Zutaten.»

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