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Neue Methoden für weniger Pflanzenschutzmittel - mit Pestired

Das Projekt will mit vorbeugenden Massnahmen den Einsatz von chemisch-synthetischer PSM reduzieren.

Mit dem Projekt PestiRed soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau um 75 Prozent reduziert werden – bei einer maximalen finanziellen Einbusse von zehn Prozent. Die fenaco unterstützt das Projekt als Sponsorin und hilft bei der praktischen Umsetzung. 

Das Projekt PestiRed ist Teil des nachhaltigen Ressourcennutzungsprogramms des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) und wurde von Agroscope initiiert. «Eine 75-prozentige Reduktion der Pestizide ist ein ambitioniertes Ziel. Zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe, die am Projekt teilnehmen, haben den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln bereits vorher eingeschränkt, da sie nach IP-Suisse-­Vorgaben produzieren», sagt Michel Fischler, Projektverantwortlicher von PestiRed auf Bundes­ebene.

Das Projekt startete mit den Herbstsaaten 2019 und nahm mit dem Beginn der Feldarbeiten im Frühling 2020 richtig Fahrt auf. 68 Betriebe in den Regionen Solothurn (20), Waadt (40) und Genf (8) machen beim Programm mit, das bis 2027 laufen wird. Auf jedem Betrieb wird neben einer konventionell bewirtschafteten Kontrollparzelle eine Parzelle unter Einbezug von vorbeugenden Massnahmen bewirtschaftet. Dies ermöglicht direkte Vergleiche der Parzellen.

Als Sponsorin und Mitglied der Begleitgruppe von PestiRed verfolgt die fenaco die einzelnen Projektetappen mit grossem Interesse. «Die fenaco unterstützt eine nachhaltige Landwirtschaft, die den zunehmenden ökologischen Forderungen der ­Bevölkerung Rechnung trägt und trotzdem produktiv bleibt. Die wissenschaftlich begleiteten PestiRed-Versuche werden ­wichtige Ergebnisse zu diesem ­Themenfeld liefern», erklärt Michael Feitknecht, Leiter des Departements Pflanzenbau bei der fenaco.

« Die wissenschaftlich begleiteten PestiRed-Versuche werden ­wichtige Ergebnisse zu diesem Themenfeld liefern. »
Michael Feitknecht, Leiter des Departements Pflanzenbau bei der fenaco

Wissenschaftliche Begleitung

Dank dem vernetzten Vorgehen soll PestiRed auch Aufschluss über die Möglichkeiten und Grenzen von vorbeugenden und alternativen Pflanzenschutzmassnahmen geben. Der Massnahmenkatalog von PestiRed schreibt fünf obligatorische Grundmassnahmen vor, die über die ganze Projektdauer zu berücksichtigen sind:

  • Feinoptimierung Aussaat
  • Weniger anfällige Sorten / geeignete Sortenwahl
  • Angepasster Stickstoffeinsatz
  • Bekämpfungsschwellen und Prognose­systeme
  • Abdriftmindernde Applikations­technik für Pflanzenschutzmittel

Landwirtschaftsbetriebe, Beratung und Wissenschaft haben ­zudem für jede Kultur spezifische Massnahmen definiert. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter treffen sich zu regelmässigen Workshops, wo Erfahrungen ausgetauscht und für jede Kultur Massnahmen ausgearbeitet werden.

«Der Einbezug der Betriebe ist wichtig, weil die entwickelten Lösungen damit rascher in die Praxis umgesetzt und im grossen Stil angewendet werden können. Im Vergleich zu rein wissenschaftlichen Projekten begleiten wir die Land­wirte im Falle von PestiRed bei der praktischen Umsetzung der Massnahmen», erklärt Michael Feitknecht abschliessend.