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Nach der Ausbildung strukturiert in die Karriere starten

Das fenaco Führungstrainee-Programm feiert sein 10-jähriges Jubiläum.

Damit sich junge Menschen nach Abschluss einer Hochschule oder einer höheren Fachschule gezielter entwickeln und schneller in eine Führungsposition finden können, hat die fenaco Genossenschaft ein strukturiertes Führungstrainee-Programm ins Leben gerufen. Dieses Jahr feiert es sein 10-Jahre-Jubiläum.

Der Weg ins Management ist in der Land- und Ernährungswirtschaft oft lang. Unabhängig vom grundlegenden Ausbildungsweg braucht es nicht nur einen soliden fachlichen Hintergrund und einige Jahre berufliche Praxis, sondern auch die nötige Vernetzung, um einen Bereich erfolgreich zu leiten.

Kein langes Warten auf die Karriere

«Wir haben schon vor mehr als 15 Jahren erkannt, wie schwierig es ist, gute junge Führungskräfte zu finden, die einerseits einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben und andererseits mit den Landwirtinnen und Landwirten fachlich auf Augenhöhe diskutieren können», erklärt Sandra Anderegg, Leiterin HR Zentralschweiz und eine der Mitbegründerinnen des fenaco Führungstrainee-Programms. Ein neuer Ansatz war gefragt. «Wir wollten jungen Menschen aus dem Agrarbereich, die eine hohe Motivation für eine Führungsfunktion haben, einen Überblick über die fenaco Genossenschaft verschaffen und ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Präferenzen zu erkennen und ihre Ziele schneller zu erreichen.»

Geneviève Gassmann, Leiterin Region Westschweiz
« Zweisprachigkeit ist ein wichtiger Teil des Programms. »

Entstanden ist ein Programm, das sowohl Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen und höheren Fachschulen als auch internen Bewerberinnen und Bewerbern aus der fenaco-LANDI Gruppe den ersten Schritt in eine Führungsposition ermöglicht. Zwei Jahre lang schnuppern sie in verschiedene Geschäftsfelder und Branchen und erfahren «on the job», wo sie sich wohlfühlen und wo sie ihre Zukunft sehen. Während dieser Zeit durchlaufen sie Arbeitseinsätze in mehr als 13 verschiedenen Unternehmen der fenaco-LANDI Gruppe. Daneben absolvieren sie praktische Führungsausbildungen und können sich mit einer Mentorin oder einem Mentor persönlich weiterentwickeln. «Eine Besonderheit dieses Programms ist die Zweisprachigkeit, die wir bei all unseren Mitarbeitenden fördern», erklärt Geneviève Gassmann, Leiterin der Region Westschweiz. «Die jungen Führungsanwärterinnen und -anwärter erhalten Einsätze in allen Regionen. Auch in der Romandie. Das stärkt ihre Fähigkeiten in der überregionalen Zusammenarbeit. Ein Gewinn für das Unternehmen und die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden.»

Pascal Siakandaris, Vorsitzender der Geschäftsleitung LANDI BippGäuThal
« Meine Mentoren haben mich darin bestärkt, meine Ziele zu erreichen. »

Sofort in Führung gehen

Pascal Siakandaris absolvierte das Agronomiestudium an der ETH Zürich. Er erinnert sich: «Ich wollte mich für die Landwirtschaft einsetzen. Ein genaues Berufsziel hatte ich aber noch nicht. Das Führungstrainee-Programm der fenaco-LANDI Gruppe war eine gute Startplattform, um mich persönlich zu entwickeln und ein Gespür dafür zu bekommen, wo es mir wirklich gefällt.» Am Ende des Programms wurden Pascal gleich mehrere Führungspositionen angeboten. «Die Vorstellung, die Geschäftsführung der LANDI BippGäuThal zu übernehmen, reizte mich am meisten», erzählt er. «Es hat mich motiviert, dass meine Mentoren mir bereits während des Traineeprogramms diese Laufbahn zugetraut und mich darin bestärkt haben, meine Komfortzone zu verlassen und diese Chance zu ergreifen.» Im Mai 2022 schloss Pascal das Führungstrainee-Programm ab und wurde Leiter Agrar der LANDI BippGäuThal. Ein Jahr später übernahm er den Vorsitz der Geschäftsleitung. Seine Arbeit ist vielseitig und umfasst neben dem Agrarbereich nun zusätzlich die Geschäftsfelder Detailhandel und Energie. «Die Einblicke ins gesamte Unternehmen und die persönlichen Kontakte, die ich während des Programms in allen Geschäftsbereichen knüpfen konnte, dienen mir bis heute als gute Grundlage im Arbeitsalltag.»

Auf die eigene Entwicklung zugeschnitten

Den ersten Test für ein Führungstrainee-Programm führte die fenaco 2014 in der Zentralschweiz durch. Damals mit einer Hochschulabsolventin. «Alle Tochtergesellschaften waren sofort begeistert und boten ihre Mitwirkung an», erzählt Stefan Epp, Leiter der Region Zentralschweiz. Es war also ein Leichtes, ein Programm für die erste Trainee zusammenzustellen. «Je mehr Teilnehmende dazukamen, desto komplexer wurde die Koordination. Denn die Teilnehmenden sollten ein Programm erhalten, das auf ihre eigene Entwicklung, auf ihre bisherige Erfahrung und auf die persönlichen Ziele zugeschnitten war.» Nicht jeder Trainee muss also einen gleich langen Einsatz in der einen oder der anderen Station absolvieren. Bringt eine interne Bewerberin oder ein Bewerber beispielsweise schon einschlägige Erfahrung im LANDI-Detailhandel mit, wird die Einsatzdauer in diesem Bereich gekürzt und dafür eventuell der Einsatz bei der LANDI Treuhand oder im Agrarbereich verlängert. Zwei Jahre nach dem ersten Testlauf formte Stefan Epp gemeinsam mit einem Entwicklungsteam aus der ursprünglichen Idee ein strukturiertes mehrjähriges Programm. Dabei sehen die Teilnehmenden alle vier Geschäftsfelder der fenaco-LANDI Gruppe: vom Agrarbereich (z. B. bei UFA Samen) über die Lebensmittelindustrie (z. B. bei Inoverde) und den Detailhandel (LANDI, Volg) bis hin zum Energiebereich (AGROLA). Zur Förderung des betriebswirtschaftlichen Verständnisses bilden die Einsätze bei der LANDI Treuhand und im Rechnungswesen der LANDI wichtige Eckpfeiler des Programms. Auch in die Dienstleistungseinheiten wie HR oder Arbeitssicherheit der fenaco Genossenschaft erhalten sie Einblick. So sehen die Trainees am Ende des Programms ein «big picture».

Ein Fest zum 10-jährigen Jubiläum

Seit 2016 nimmt das fenaco Trainee-Programm jedes Jahr Teilnehmende aus allen vier Regionen der Schweiz auf. Mehr als 25 Trainees wurden bisher ausgebildet. 23 von ihnen arbeiten noch heute in Führungspositionen in der fenaco-LANDI Gruppe. «Wir sind stolz auf dieses Ergebnis», erklärt Daniel Braun, Leiter der Region Ostschweiz und heutiger Verantwortlicher des Programms. «Dass so viele Trainees bei uns bleiben und ihre Karriere bei uns fortsetzen wollen, spricht für unser Programm, aber auch für unsere Genossenschaft und unsere Kultur.» Das Fest zum 10-Jahre-Jubiläum fand im Rahmen der Feldtage im Juni 2026 statt. Organisiert wurde das Fest von den aktuellen Trainees. Viele Trainees, die in den vergangenen Jahren das Programm durchlaufen haben, waren mit dabei. Auch die Personen, die sich seit mehr als zehn Jahren im Aufbau, in der Koordination und in der Durchführung des Programms stark machen, haben mitgefeiert: «Mit diesem Programm investieren wir in die Zukunft der Führung in der Land- und Ernährungswirtschaft», hält Daniel Braun fest. «Wir sind gespannt darauf, wie sich das Programm in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln wird.»

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