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Medienmitteilung

fenaco nimmt erste Dampfanlage der Schweiz für ökologische Saatgutbehandlung in Betrieb

Unter der Marke «ThermoSem» nimmt die fenaco Ende August die erste Dampfanlage für die ökologische Saatgutbehandlung bei Getreide in Betrieb.

Unter der Marke «ThermoSem» nimmt die fenaco Ende August die erste Dampfanlage für die ökologische Saatgutbehandlung bei Getreide in Betrieb. Die preisgekrönte innovative Technologie bekämpft Krankheiten am Saatgut und verzichtet dabei komplett auf chemisch-synthetische Wirkstoffe. Die fenaco leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln.

Konsumentinnen und Konsumenten wünschen zunehmend Getreide, das ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel produziert wurde. Die fenaco Genossenschaft will diesem Bedürfnis nach sicheren, gesunden und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln nachkommen und nimmt deshalb Ende August die erste Dampfanlage der Schweiz für die ökologische Saatgutbehandlung bei Getreide in Betrieb.

Die Saatgutbehandlung ist ein wichtiger Schritt in der Getreideproduktion. Sie schützt keimende Nutzpflanzen, indem sie Krankheiten abtötet, die sich auf dem Korn befinden. In der Schweiz wird Saatgetreide vorwiegend gegen Schneeschimmel, Stink- und Zwergbrand sowie Flugbrand behandelt, bisher hauptsächlich mit chemisch-synthetischen Mitteln. Die neue Saatgutanlage in Lyssach (BE) nutzt hingegen das Prinzip der thermischen Saatgutdesinfektion mittels Dampfpasteurisierung und verzichtet damit komplett auf chemisch-synthetische Wirkstoffe. Die Anlage kann bis zu 15 Tonnen Saatgut pro Stunde behandeln. Das behandelte Saatgut ist frei von oberflächlichen Pilzsporen und Staub. Die Anwendung ist für die Landwirtinnen und Landwirte äusserst sicher und sie schützt den Boden und die Umwelt. Gleichzeitig ist die Behandlung sehr wirksam.

Die fenaco bringt das Angebot in der Schweiz unter dem Namen «ThermoSem» auf den Markt. Jürg Jost, Leiter von UFA-Samen, ist vom neuen Angebot überzeugt: «Wir haben in den letzten Monaten viele positive Rückmeldungen von den Landwirtinnen und Landwirten erhalten. Zahlreiche konventionelle Wirkstoffe sind zurzeit in Überprüfung. Deshalb suchen viele Betriebe nach einer nachhaltigen Alternative zu den herkömmlichen Beizmethoden.»

Wachsender Biomarkt
Aktuell werden in der Schweiz jährlich 19 500 Tonnen Getreidesaatgut chemisch-synthetisch gebeizt. Rund 2 600 Tonnen bleiben für den Bio- und IP-Suisse-Markt ungebeizt oder werden mit biologischen Methoden behandelt. Mit einem Zuwachs von jährlich 10 Prozent wächst der Biomarkt deutlich. Zudem fördert der Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes die Reduktion der chemisch-synthetischen Wirkstoffmengen. Die Aussichten für die neue ökologische Behandlung sind also gut. «Mit diesem Angebot befriedigen wir das starke Bedürfnis der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Der Biomarkt wird weiterwachsen, auch dank unserer neuen ökologischen Saatgutbehandlung mit Dampf», sagt so auch Jürg Jost.

« Der Biomarkt wird weiterwachsen, auch dank unserer neuen ökologischen Saatgutbehandlung mit Dampf. »
Jürg Jost, Leiter UFA-Samen

Wachsender Biomarkt
Aktuell werden in der Schweiz jährlich 19 500 Tonnen Getreidesaatgut chemisch-synthetisch gebeizt. Rund 2 600 Tonnen bleiben für den Bio- und IP-Suisse-Markt ungebeizt oder werden mit biologischen Methoden behandelt. Mit einem Zuwachs von jährlich 10 Prozent wächst der Biomarkt deutlich. Zudem fördert der Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes die Reduktion der chemisch-synthetischen Wirkstoffmengen. Die Aussichten für die neue ökologische Behandlung sind also gut. «Mit diesem Angebot befriedigen wir das starke Bedürfnis der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Der Biomarkt wird weiterwachsen, auch dank unserer neuen ökologischen Saatgutbehandlung mit Dampf», sagt so auch Jürg Jost.

Preisgekrönte Technologie
Die Dampf-Technologie wurde von ThermoSeed Global AG entwickelt, einer Tochter der schwedischen Agrargenossenschaft Lantmännen. Für diese Leistung hat die Genossenschaft am 4. Juli 2021 die europäische Auszeichnung für genossenschaftliche Innovation im Bereich natürliche Ressourcen und Biodiversität erhalten. Die hohe Wirksamkeit der Dampfbehandlung hatten Agroscope und die fenaco in einem umfassenden Forschungsprojekt bereits vorgängig bestätigt.

Die ökologische Dampfbehandlung bekämpft sogenannte «samenbürtige» Krankheiten, die auf dem  Samenkorn vorkommen. Das Saatgut ist aber auch im Acker von Krankheiten bedroht. Um auch gegen diese «bodenbürtigen» Krankheiten eine nachhaltige Lösung zu bieten, haben das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL und die fenaco Anfang 2021 ein Forschungsprojekt gestartet. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von biologischen Methoden für einen optimalen Schutz gegen bodenbürtige Krankheiten ohne chemisch-synthetische Mittel. Michael Feitknecht, Leiter Departement Pflanzenbau und Mitglied der Geschäftsleitung der fenaco, sagt: «Die Kombination von thermischer Saatgutbehandlung für den Schutz vor samenbürtigen Krankheiten und biologischer Behandlung gegen bodenbürtige Krankheiten wird uns neue Dimensionen im alternativen Pflanzenschutz eröffnen.» Projektresultate werden für 2025 erwartet.

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