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fenaco investiert in Schweizer Produktion

Moderne und nachhaltige Standortsicherung: Pro Jahr investiert die fenaco Genossenschaft über 160 Millionen Franken in Sachanlagen. Der grösste Anteil davon wird in der Schweiz eingesetzt.

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Pro Jahr investiert die fenaco Genossenschaft über 160 Millionen Franken in Sachanlagen. Der grösste Anteil davon wird in der Schweiz eingesetzt und fliesst insbesondere in Lagerung und Produktion im Agrarbereich, in die Lebensmittelindustrie sowie den Detailhandel.

Den Standort Schweiz und vornehmlich die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken ist eines der Hauptanliegen bei den regelmässigen Investitionen der fenaco Genossenschaft. Jährlich spricht die fenaco Verwaltung finanzielle Mittel von über 160 Millionen Franken. Diese werden für moderne Produktionsanlagen, Lagerhallen nach aktuellsten Anforderungen und zeitgemässe Detailhandelsstandorte eingesetzt.

«Da wir an die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft glauben, investieren wir in die Effizienzstärkung entlang der Wertschöpfungskette», sagt Heinz Mollet, Leiter fenaco Division Agrar. «Ein gezieltes Wachstum im Ausland streben wir an, wenn dadurch ein Mitgliedernutzen generiert werden kann. Unser Fokus liegt ganz klar in der Schweiz.» In den letzten fünf Geschäftsjahren wurden über 97 Prozent aller Investitionen in Sachanlagen in der Schweiz realisiert. So wurde beispielsweise im Juni 2018 die Umschlag- und Getreidesammelstelle am Auhafen in Basel erfolgreich in Betrieb genommen.

Weitere Investitionsprojekte stehen kurz vor dem Start oder wurden erfolgreich abgeschlossen. Hier einige Beispiele:

Effiziente, regionale Kartoffelannahme

Fast vier Jahre nach Projektstart und einer Investitionssumme von über sechs Millionen Franken hat die fenaco am 21. August 2018 ihre neue Kartoffellagerhalle im waadtländischen Payerne offiziell in Betrieb genommen. Am Standort ausserhalb des Stadtkerns, auf dem Industrieareal Champ Aubert, werden jährlich 6600 Tonnen Kartoffeln übernommen und eingelagert.

Rund 150 Produzenten in einem Umkreis von 20 Kilometern werden einen Teil ihrer Kartoffeln in Anhängern der Kartoffellagerhalle in Payerne zuführen. Zur Einlagerung in einer der drei gleich grossen Kühlzellen wird die Ware in Grossboxen abgefüllt. Die neue Infrastruktur ersetzt eine Lagerhalle in Bargen/Seeland, welche für die Karottenlagerung um genutzt wird. «Dank des neuen Standorts gewinnen die regionalen Produzenten während der Ernte im Herbst wertvolle Zeit. Auch der Traktorverkehr Richtung Seeland wird erheblich reduziert», sagt Emilien Piot, Leiter Leistungszentrum Bercher und Projektverantwortlicher in Payerne. Zur Weiterverarbeitung werden die Kartoffeln lose in Lastwagen zur Produktionsstätte der frigemo in Cressier (NE) transportiert.

Ausbau UFA-Mischfutterwerke

Das UFA-Mischfutterwerk St. Margrethen ist aktuell voll ausgelastet und kann dank steigender Nachfrage ausgebaut werden. In Zusammenarbeit mit dem Landverband St. Gallen ist eine dritte Spur zum Loseverlad mit neuen Verladezellen geplant. Zusätzlich soll eine Kleinkomponentendosierung den effizienten, durchgehenden Schichtbetrieb ermöglichen.

Gleichzeitig investiert UFA in das Mischfutterwerk Sursee: Eine neue Presselinie soll hier die flexiblere Produktion von Geflügel- und Sauenfutter mit bester Qualität ermöglichen. Ebenfalls zur Qualitätssicherung wird der Bahnablad neu überdacht.

Zusätzliches Holz-Pellets-Lager

Ende Juni 2018 erfolgte der Spatenstich zu einem weiteren Holz-Pellets-Lager von AGROLA, einer strategischen Geschäftseinheit der fenaco. Nach dem Holz-Pellets-Lager in Münchenbuchsee entsteht in Moudon auf einer Fläche von rund 2000 m2 bereits das zweite eigene AGROLA Holz-Pellets-Umschlaglager mit zwei Silos à 490 Tonnen Kapazität.

AGROLA reagiert damit auf die stetig wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und positioniert sich zentral in den entsprechenden Regionen. Dank vereinfachter Logistik und optimierter Lagerbewirtschaftung entstehen kürzere Transportwege, schnellere Belieferungen und eine effiziente Abwicklung. Das Fassungsvermögen beider Silos entspricht einem Wärmebedarf von rund 200 Einfamilienhäusern pro Jahr, während die Umschlags-Kapazität eine jährliche Belieferung von 22 500 Haushalten erlaubt. Die Anlage verfügt über eine hohe Automatisierung, so dass Holz-Pellets-Lastwagen automatisch beladen werden.

Das Holz-Pellets-Umschlaglager Moudon wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 betriebsbereit sein. Nachdem das Lager Münchenbuchsee für die Region Mittelland und Nordwestschweiz seit Ende Oktober 2017 erfolgreich in Betrieb ist, verspricht sich AGROLA mit ihrem Verkaufsbüro in Puidoux dank dem neuen Standort auch die gesamte französische Schweiz optimal und aus kurzer Distanz beliefern zu können. Mit dem Bau der beiden Umschlaglager werden über 4 Millionen Franken für den effizienten Vertrieb dieses CO2-neutralen Produktes eingesetzt.

Investitionen in die Nachhaltigkeit

Besonders nachhaltig sind die Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz innerhalb der gesamten fenaco-LANDI Gruppe. Insbesondere bei LANDI Standorten (Laden, TopShop, Tankstelle, Waschanlage) macht die Beleuchtung knapp die Hälfte des Stromverbrauchs aus. Sparmassnahmen bei der Beleuchtung wirken sich entsprechend rasch und nachhaltig auf den Gesamtenergieverbrauch aus.

Der Prozess zur Investition in nachhaltige LED-Systeme begann 2013 mit vier Pilotanlagen. Bis Ende 2017 wurden bereits 115 Massnahmen bei der RAMSEIER Suisse AG, der Ernst Sutter AG, der Frigemo AG, TRAVECO Transporte AG, Steffen-Ris AG, UFA AG, Meliofeed AG, im Stammhaus der fenaco sowie bei zahlreichen LANDI umgesetzt. Dabei konnte ein Sparpotenzial von über 3300 MW/h Strom erschlossen werden. Die erzielte Einsparung entspricht dem Bedarf von rund 660 Haushalten, in denen je vier Personen leben.

Neues Kernobstlager Braeburn+

fenaco Landesprodukte lagerte bisher im Leistungszentrum in Charrat (VS) das Kernobst von rund 50 Produzentinnen und Produzenten ein. Für weitere Kernobstannahme von rund 5000 Tonnen hatte die Kapazität gefehlt und man musste auf externe Anbieter ausweichen. Um diese Abhängigkeit zu reduzieren und die von den Produzentinnen und Produzenten sowie vom Markt geforderte Qualitätsgarantie sicherstellen zu können, wurde in ein neues Kernobstlager investiert.

Direkt anschliessend an das bisherige Leistungszentrum Braeburn wurde ein neues Kühllager Braeburn+ mit einer Kapazität von 3500 Tonnen errichtet. Die Halle ist in 25 Zellen zu je 100 bis 150 Tonnen unterteilt und nimmt eine Fläche von 3000 m² ein. Neben modernster Lagertechnik sind die deutlich geringeren Transportfahrten während der Ernte und insbesondere während der Entnahmen aus dem Lager bezeichnend. Dank der verschiedenen Prozessoptimierungen und kurzen Wege können jährlich hohe Einsparungen generiert werden – dies unter anderem durch die Reduktion von externen Miet- und Transportkosten zwischen den verschiedenen Lagern.

Ausserdem wurden auf dem Dach 940 Solarmodule installiert, welche mit einem Eigenverbrauchsanteil von 90 Prozent die Kühllager umweltfreundlich und deutlich günstiger als mit Netzstrom betreiben.

Entwicklung und Standortsicherung Schweiz

Die jährlichen Investitionen nehmen für die fenaco einen wichtigen Anteil an der Entwicklung und Standortsicherung ein. Martin Keller, Vorsitzender der fenaco Geschäftsleitung, sagt: «Die fenaco investiert auch in Zukunft hauptsächlich in der Schweiz und insbesondere im ländlichen Raum.»