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Story

«Es macht einfach Spass, die Geschenkpakete zu bestücken!»

Im Rahmen der fenaco Erfolgsbeteiligung erhalten aktive LANDI Mitglieder ein gluschtiges Warenpaket. Bestückt wird dieses mit viel Hingabe von Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

Claudia, Fabian und Steffi von der Stiftung Brändi

Im Rahmen der fenaco Erfolgsbeteiligung erhalten aktive LANDI Mitglieder ein gluschtiges Warenpaket. Bestückt wird dieses mit viel Hingabe von Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

Es ist ein emsiges Treiben in den Arbeitshallen der Stiftung Brändi in Sursee. Beim ersten Eindruck scheint alles wie in jeder Logistikabteilung: Palettenweise Material wird hin- und hergeschoben, Kartonschachteln werden befüllt und mit Etiketten beklebt. Es riecht nach körperlicher Arbeit, Holz- und Kartonstaub, der sich durch das Falten der Schachteln freisetzt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind konzentriert, hie und da fällt ein Witz, der mit Kichern quittiert wird. Und doch ist es hier, an der Münsterstrasse in Sursee, irgendwie anders. Die Zeit läuft langsamer und die Stimmung ist fast schon besänftigend. «In der Stiftung Brändi arbeiten und wohnen Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und Menschen mit einer Lernbehinderung oder mit einer psychischen Beeinträchtigung», erklärt Paul Duss, Gruppenleiter in Sursee. 

Mit insgesamt 1800 Beschäftigten ist die Stiftung Brändi eine der grössten Arbeitgeberinnen in der Zentralschweiz. Im Kanton Luzern bietet sie in 15 Betrieben 1100 Arbeits- und Ausbildungsplätze und 340 Wohnmöglichkeiten an. «Auch als Dienstleister für andere Unternehmen sind wir sehr erfolgreich», so Paul Duss. In der Produktion, in der Ausbildung und in der Integration arbeite die Stiftung eng mit der Industrie und dem Gewerbe zusammen. So auch mit der fenaco Genossenschaft. Von Mai bis September verlassen pro Woche rund 1000 Geschenkpakete der fenaco Erfolgsbeteiligung den Warenausgang der Stiftung in Sursee. Durchschnittlich sechs Personen arbeiten gleichzeitig an der Packstation, mit den Arbeiten wechseln sie sich täglich ab.

Persönlichkeit und Nähe in der Zusammenarbeit

«Hallo, ich bin Fabian, der Chef hier!», ruft ein junger Mann grinsend zwischen Kartonschachteln und Kisten mit Suttero-Würsten und Agri-Natura-Aufschnitt hervor. «Fabian ist ein Schelm», schmunzelt Paul Duss über den selbsternannten Chef, «aber ganz unrecht hat er nicht. Er ist extrem engagiert, pingelig genau und kennt die betrieblichen Abläufe im Schlaf. Wenn seine Kolleginnen und Kollegen eine Frage haben, hilft er ihnen oft.» Der 33-jährige Fabian arbeitet seit 2008 in der Stiftung Brändi und befüllt seit der Einführung der fenaco Erfolgsbeteiligung vor vier Jahren die Geschenkpakete. Ein Höhepunkt für ihn, wie er enthusiastisch erzählt: «Mir gefallen die Produkte. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches ich das tollste finde. Es macht einfach Spass, das Paket zu bepacken. Ausserdem», fügt er an, «finde ich es super, dass Karin so oft bei uns ist. Das bestärkt mich in meiner Arbeit.» 

Gemeint ist Karin Boog, die innerhalb der fenaco verantwortlich für die Koordination der Erfolgsbeteiligung ist. Während der laufenden Kampagne geht sie wöchentlich vorbei und bringt neue Versandetiketten. Die Nähe zu den Auftragnehmern ist auch in ihren Augen ein grosses Plus. «Abgesehen davon, dass das Konfektionieren, Verpacken und Verschicken höchst professionell gemacht wird, schätze ich es sehr, dass ich jederzeit kurz vorbeigehen kann», meint sie. Ihr Büro an der Obstfeldstrasse befindet sich gerade mal fünf Autominuten entfernt. Bei Unklarheiten oder wenn einmal etwas schieflaufe, etwa ein Produkt beim Einpacken kaputtgehe, könne sie so schneller reagieren. «Das kommt vor – wie in jeder Logistik», stellt Paul Duss klar. «Unsere Beschäftigten gehen bloss feinfühliger damit um. Eine zerbrochene Weinflasche kann die Stimmung schnell auf ein Minimum senken – ausser bei Fabian, der findet seinen Schalk bald wieder und witzelt darüber.»

Arbeiten ohne Leistungsdruck

Was aber unterscheidet die Logistikabteilung der Stiftung Brändi nun überhaupt von anderen Logistikbetrieben? «Die Beschäftigten haben keinen Zeitdruck. Sie dürfen in ihrem persönlichen Tempo arbeiten», erklärt Paul Duss. «Für uns spielt das keine Rolle», fügt Karin Boog an. «Die Mitglieder der LANDI, die von der fenaco Erfolgsbeteiligung profitieren, wissen unterdessen, dass es bis September dauert, bis alle Geschenkpakete verschickt sind.» Geplempert werde aber nicht. Im Gegenteil: Die Arbeiterinnen und Arbeiter spürten intuitiv, wenn Tempo gefragt sei, so der Gruppenleiter. «Wenn ich mal schneller durch die Gänge haste, legen automatisch alle einen Zacken zu.» Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Brändi zeigt exemplarisch die Werte der fenaco. Die fenaco gestaltet ihre Geschäftstätigkeit nicht nur ökonomisch und ökologisch, sondern auch sozial nachhaltig. Dank der Konfektionierung der Geschenkpakete gehen sozial benachteiligte Menschen einer geregelten Arbeit nach und können ihr Leben selbstbestimmt gestalten.

In der Zwischenzeit ist Mittag, Fabian und seine beiden Kolleginnen Steffi (25) und Claudia (41), machen sich bereit für den Zmittag. «Hui, das war jetzt also schon bitzli anstrengend!», stellt Fabian fest. Und verabschiedet sich trotzdem mit den Worten: «Ich freue mich schon auf’s Weitermachen am Nachmittag.» Innert Kürze ist die Arbeitshalle der Stiftung Brändi menschenleer, vom emsigen Treiben keine Spur mehr. Genauso, wie es in der Mittagspause jeder anderen Logistikabteilung auch aussieht.

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