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Story

Stadt-Land-Monitor 2021

Der repräsentative Stadt-Land-Monitor liefert aussagekräftige und neue Fakten zum Verhältnis zwischen Stadt und Land.

Mit dem Ziel, ein besseres Verständnis für die Spannungsfelder zwischen Stadt und Land zu bekommen, hat die fenaco beim Forschungsinstitut Sotomo die Erarbeitung eines repräsentativen Stadt-Land-Monitors in Auftrag gegeben. Er liefert aussagekräftige und neue Fakten zum Verhältnis zwischen Stadt und Land.

Der Stadt-Land-Graben hat sich mit Blick auf die Abstimmungsergebnisse in den letzten zwei Jahren massiv vergrössert und wird kontrovers diskutiert. Mit dem Ziel, ein besseres Verständnis für die Spannungsfelder zwischen Stadt und Land zu bekommen, hat die fenaco beim Forschungsinstitut Sotomo die Erarbeitung eines repräsentativen Stadt-Land-Monitors in Auftrag gegeben.

Zwei Drittel der über 3000 Befragten nehmen den Stadt-Land-Gegensatz als gross und relevant wahr. Nur für einen Viertel führt dieser Gegensatz jedoch zu einer Belastungsprobe für die Schweiz. Michael Hermann, Inhaber von Sotomo und Dozent an der Universität Zürich, fasst zusammen: «Die Resultate zeigen keinen harten Stadt-Land-Graben, sondern ein Spannungsfeld zwischen den grösseren Städten und dem ländlichen Raum. Die meisten Schweizerinnen und Schweizer nehmen ihre Wohngemeinde als Mischform von städtisch und ländlich war. Das ‹Dazwischen› in den Agglomerationen und Kleinstädten ist die schweizerische Normalität.»

« Die Resultate zeigen keinen harten Stadt-Land-Graben, sondern ein Spannungsfeld zwischen den grösseren Städten und dem ländlichen Raum. »
Michael Hermann, Inhaber von Sotomo

Aussagekräftige und neue Fakten zum Verhältnis zwischen Stadt und Land
Der Stadt-Land-Monitor 2021 liefert überraschende Erkenntnisse und zeigt Handlungspotenzial auf: Viele Personen vom Land sind der Ansicht, dass ihre Anliegen zu wenig Gehör finden. Mit den Städterinnen und Städtern verbinden sie in erster Linie negative Eigenschaften wie konsumfreudig, oberflächlich und egoistisch. Umgekehrt beurteilen Städterinnen und Städter die Landbevölkerung deutlich positiver. Während in nationalen Abstimmungen die grossen Städte häufig überstimmt werden, nimmt man sie in anderen Lebensbereichen als dominierend wahr. Das Leben in der Grossstadt ist dennoch wenig populär. Nicht einmal ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, dort zu leben. Die Sehnsucht nach dem ländlichen Leben und dem eigenen Garten ist hingegen gross und hat sich mit der Corona-Pandemie nochmals verstärkt. Gleichwohl entspricht die verbreitete Vorstellung der anonymen Stadt und dem gemeinschaftsorientierten Land nicht der Realität: So leisten Personen vom Land zwar etwas häufiger Nachbarschaftshilfe oder engagieren sich politisch in ihrer Gemeinde. Bewohnerinnen und Bewohner von grösseren Städten geben dafür deutlich häufiger an, dass sie in ihrer Gemeinde ein starkes soziales Netz haben als die Landbevölkerung.

Obwohl sich die meisten Befragten zwischen Stadt und Land bewegen, definiert der Wohnort dennoch stark die Interaktionen mit anderen und setzt dem Austausch und dem gegenseitigen Verständnis Grenzen. Wohl auch deshalb ist die überwiegende Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass es mehr Anstrengungen braucht, um die Gräben in den Köpfen zu überwinden. Zustimmung gibt es zum Beispiel für obligatorische Schulbesuche auf dem Bauernhof, jährliche Stadt-Land-Begegnungstage oder Stadtschulwochen als Ergänzung zu den verbreiteten Landschulwochen.

Solide Grundlage für Projekte
Im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements will die fenaco den Dialog zwischen Stadt und Land langfristig fördern. Sie stellt dafür CHF 10 Mio. zur Verfügung, die idealerweise einer Stiftung zugeführt werden sollen. Mit den Mitteln sollen insbesondere Projekte unterstützt werden, welche den persönlichen Austausch und die direkte Begegnung zwischen der Bevölkerung und den Bauernfamilien fördern.

« Mit diesem Engagement tragen wir zum Zusammenhalt zwischen Stadt und Land bei. »
Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco

Der Stadt-Land-Monitor bildet dabei eine solide Grundlage für diese Projekte. «Unsere Genossenschaft ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig – de la terre à la table. Wir kennen die Zusammenhänge und Spannungsfelder. Deshalb sind wir überzeugt, dass wir mit diesem Engagement zum Zusammenhalt zwischen Stadt und Land beitragen können.»

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Stadt-Land-Monitor: Datenerhebung und Methode

Vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Stadt-Land-Beziehung für die Schweiz hat die Agrargenossenschaft fenaco den vorliegenden Stadt-Land-Monitor initiiert. Im Auftrag der fenaco hat Sotomo mittels einer repräsentativen Befragung im Oktober 2021 die Wahrnehmung und Einstellung der Bevölkerung in Stadt und Land unter die Lupe genommen.

Die Daten des Stadt-Land-Monitors wurden zwischen dem 1. und dem 17. Oktober 2021 erhoben. Die Grundgesamtheit der Befragung bilden die Stimmberechtigten der deutsch- und französischsprachigen Schweiz ab. Die Teilnehmenden wurden über die Online-Panels von Sotomo per Einladung rekrutiert. In die Auswertung sind die Antworten von 3053 Personen eingeflossen.

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