Ueli Krebs, Anja Brönnimann und Fabian Röthlisberger arbeiten alle bei der fenaco-LANDI Gruppe. Und, sie sind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Die Landwirtschaft prägt ihr Leben – selbst dann, wenn sie neue berufliche Wege beschreiten.
Die Landwirtschaft bietet viele berufliche Wege. Auch dann, wenn nicht alles nach Plan verläuft. Was, wenn man die körperbetonte Arbeit auf dem Betrieb aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leisten kann? Oder der Traum vom eigenen Hof gar nicht erst in Erfüllung geht? Drei Geschichten zeigen, wie Menschen auch auf Umwegen eng mit der Landwirtschaft verbunden bleiben.
Eng verbunden – Uelis Weg vom Hof zurück zur LANDI
Ueli Krebs kennt beide Seiten der landwirtschaftlichen Welt: die Herausforderungen eines Familienbetriebs und die Möglichkeiten ausserhalb des Hofs. Nach der landwirtschaftlichen Lehre arbeitete er erst für den Volg Küsnacht (ZH), später für die LANDI Egg (ZH). Gleichzeitig unterstützte er seinen Vater auf dem Hof, bis dieser die Leitung des Betriebs an ihn weitergab. Damals war Ueli Krebs 27 Jahre alt.
Gemeinsam mit seiner Frau investierte er, modernisierte den Hof, erweiterte ihn und gründete mit anderen Bauern eine Tierhaltergemeinschaft. Als ihn mit 50 Jahren eine Knieoperation ausbremste, übergab er die Führung provisorisch an seinen Sohn Pascal – und erkannte schnell, wie viel Talent in ihm steckt. «Einen Hof muss man übernehmen, wenn man jung ist, Kraft und neue Ideen hat», meint Ueli Krebs überzeugt. So übergab er den Hof frühzeitig an seinen Sohn. Einzige Bedingung: die Meisterprüfung. «Das Netzwerk, das man durch die Meisterprüfung erhält, ist enorm hilfreich für die Herausforderungen, die mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft auf einen Bauern zukommen», erklärt er. Sohn Pascal zögerte nicht lange, machte die Prüfung und übernahm den Hof mit 26 Jahren in vierter Generation. Für Ueli begann ein neuer Lebensabschnitt. Mit 53 Jahren war er noch zu jung, um in Rente zu gehen. So suchte er sich eine neue Herausforderung. Dass Ueli Krebs bereits früher bei einer LANDI gearbeitet hatte und er seither stets punktuell für die LANDI Welt im Einsatz stand, half: Seit der Hofübergabe arbeitet Ueli Krebs fix für die LANDI, seit anderthalb Jahren für die LANDI Bachtel. Hier kann er seine Erfahrung als Landwirt im Agrarbereich sinnvoll einsetzen. Der Vorteil für ihn: regelmässige Arbeitszeiten, ein gesicherter Lohn, Aufbau der Pensionskasse – und trotzdem genügend Zeit, um seinen Sohn auf dem Hof zu unterstützen.
Mit dem KV für die Landwirtschaft arbeiten – Anjas Start ins Berufsleben
Anja Brönnimann ist 17 Jahre alt, auf einem Bauernhof aufgewachsen und tief verwurzelt in der Landwirtschaft. Weil klar war, dass ihr älterer Bruder den Hof übernimmt, suchte sie nach einem anderen Berufsweg. «Die Landwirtschaft ist für mich eine Herzensangelegenheit. Mir war immer klar, dass ich meine Fähigkeiten dafür einsetzen werde», erzählt sie.
Ihre Eltern motivierten und unterstützten sie dabei, sich bei der fenaco Genossenschaft zu bewerben. Heute ist sie dort im zweiten Lehrjahr als Kauffrau EFZ. Sie schätzt das familiäre Umfeld, die Bodenständigkeit der Kolleginnen und Kollegen und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten: Nach der Lehre ein Studium an der BFH-HAFL? Vielleicht. Danach das Führungstrainee-Programm bei der fenaco? Gut möglich. Sie schätzt die unzähligen Möglichkeiten, die sie bei der fenaco hat. Neben der Lehre pflegt sie momentan ihr liebstes Hobby: Tierfotografie an Viehausstellungen; ein Talent, das sie bereits als Kind entdeckte. «Ich kann mir auch gut vorstellen, später Teilzeit zu arbeiten – und parallel als Fotografin zu arbeiten.»
Zwei Welten, die sich perfekt ergänzen – Fabian zwischen Hof und IT
Fabian Röthlisberger führt einen traditionsreichen Hof im hügeligen Emmental – und arbeitet gleichzeitig bei Bison, einer Tochtergesellschaft der fenaco, die IT-Leistungen für die fenaco-LANDI Gruppe und Drittunternehmen erbringt. Seine 14 ha Futterfläche, 13 Milchkühe mit Aufzucht und 20 Muttersauen mit bis zu 500 Mastferkeln pro Jahr erfordern viel Aufmerksamkeit. Dank Teilzeitarbeit und moderner Home-office-Regelungen schafft er den Spagat. Nach der landwirtschaftlichen Lehre absolvierte Fabian Röthlisberger eine Zweitausbildung zum Agrokaufmann, arbeitete in der LANDI und wechselte später zu Bison. Dort merkte er bald, dass sein bäuerliches Wissen und sein Know-how über die LANDI in der Informatik sehr gefragt sind. Über die Jahre reduzierte er sein Pensum stetig, um seine Eltern vermehrt auf dem Hof zu unterstützen. 2008 übernahm er schliesslich die Leitung des landwirtschaftlichen Betriebs. Seither arbeitet er noch 40 % für Bison. Seine Eltern unterstützen ihn weiterhin auf dem Hof. «Solange sie noch die Kraft und die Lust haben, auf dem Hof zu arbeiten, ist das ein ‹Win-Win› für beide Seiten», meint Fabian.
Als sein Vater aufgrund einer Schulteroperation für einige Zeit ausfiel, war er gezwungen, morgens und abends den Stall selbst zu machen. «Ohne die Flexibilität meines Arbeitgebers wäre das nicht möglich gewesen», erzählt er. Während dieser Zeit nahm er an Meetings vermehrt virtuell teil und konnte so seine Verantwortung auf dem Hof besser wahrnehmen. «Ich erfahre auf allen Seiten, wie bereichernd eine enge Zusammenarbeit ist: Auf dem Hof helfen die Eltern und bei Bison die Kolleginnen und Kollegen.» Diese Verlässlichkeit und Flexibilität gibt dem jungen Viehbauern die Möglichkeit, seine Fähigkeiten in beiden Welten voll einzubringen: «Manchmal kommt mir beim Melken die Idee für eine Informatik-Lösung.»
Die fenaco als Arbeitgeberin
Die fenaco-LANDI Gruppe baut auf langjährige Mitarbeitende. Eine breite Palette an Weiterbildungen erlaubt es, sich stetig zu entwickeln und auch branchenübergreifend eine neue Stelle zu ergreifen. Durch Arbeitsmodelle wie Teilzeit oder Jobsharing gibt es in jeder Lebensphase spannende Möglichkeiten, sich für die Land- und Ernährungswirtschaft einzusetzen. Das gilt auch für Mitglieder und ihre Angehörigen. Mit ihrem bäuerlichen Hintergrund tragen sie massgeblich zur Verankerung des Genossenschaftszwecks im Unternehmensalltag bei.