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Gemeinsam stark im Betrieb

In Grosswangen (LU) bewirtschaftet die Familie Niffeler zwei Standorte mit Milchvieh, Schweinen und Mais. Erfolgsfaktoren sind eingespielte Zusammenarbeit und regionale Vernetzung.

Un agriculteur et une agricultrice devant leur magasin de ferme

Wenn man mit Priska und Marcel Niffeler über Landwirtschaft spricht, wird schnell klar, wie stark ihr Betrieb in Grosswangen (LU) in der Region verankert ist. Diese Verwurzelung zeigt sich auch in der Beziehung zur LANDI Sursee. Bereits Marcel Niffelers Eltern waren Mitglieder und so war sein eigener Beitritt 2008 selbstverständlich für ihn. Fünf Jahre später folgte der Schritt in den Verwaltungsrat, heute steht er diesem als Präsident vor.

Für seine Frau Priska Niffeler ist diese Verbindung Teil eines grösseren Ganzen. «Die LANDI ist für unseren Betrieb nicht nur Lieferantin oder Abnehmerin, sondern Partnerin in einem System, das auf Austausch und Zusammenarbeit baut», sagt Priska Niffeler.

Ein Betrieb mit vielen Facetten

Die heutige Betriebsstruktur ist über Jahre gewachsen. Zwischen 2008 und 2011 führte das Ehepaar Niffeler den elterlichen Generationenbetrieb weiter, 2012 kam ein zweiter Standort in Grosswangen mit einer Betriebsgemeinschaft hinzu. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus ein gemeinsamer Betrieb, bis sich der ehemalige Partner altershalber 2019 aus der aktiven Landwirtschaft zurückzog. Seither bewirtschaftet die Familie die Flächen in Pacht.

Heute umfasst der Betrieb 73 Hektaren Land. Davon werden auf 22 Hektaren Mais angebaut; er bildet das Rückgrat des Betriebs. Der Mais verbindet Ackerbau und Tierhaltung, Planung und Fütterung, Sommerarbeit und Wintervorrat. Alles wird siliert und im Laufe eines Jahres vollständig verfüttert: Das schliesst den betrieblichen Kreislauf. Die Abläufe sind darauf abgestimmt, die Technik ist eingespielt.

Zur Tierhaltung gehören rund 130 Milchkühe, dazu Kälber zur Aufzucht und Masttiere, die regelmässig zur Ausmast an zwei Partnerbetriebe gehen. Ergänzt werden sie durch «Jagerli» vom Nachbarbetrieb, die während rund 110 Tagen bis zur Mastreife aufgezogen werden. Solche Kooperationen sind für Marcel und Priska Niffeler selbstverständlich. «Alleine wäre vieles nicht möglich. Der Austausch mit Nachbarbetrieben und die Zusammenarbeit in der Region machen unsere Arbeit effizienter und tragen viel zum Verständnis füreinander bei», sagt der Landwirt. Die Niffelers betreiben Landwirtschaft nicht isoliert, sondern eng vernetzt in der Region.

Arbeitsteilung mit Überblick

Marcel Niffeler kümmert sich um Feld arbeit und Ernte, seine Frau behält den Überblick, plant, kümmert sich um Administration und Freisaldi. Sie koordiniert die Mitarbeitenden, die Verpflegung und spontane Einsätze – vieles läuft bei ihr zusammen. Gleichzeitig springt sie dort ein, wo es gerade nötig ist. Eine Teilzeitkraft und zwei Lernende unterstützen die Bauernfamilie. Bis zu neun Personen sitzen täglich am Mittagstisch. Für die Landwirtin ist das mehr als eine Mahlzeit. «Ich mag diesen lebendigen Alltag», sagt sie. «Er bringt alle zusammen.» Jeder weiss, was wann gebraucht wird. Auch für die drei Söhne ist der Betrieb Lebensmittelpunkt. Zwei besuchen die Sekundarschule, einer steht im ersten Lehrjahr als Elektroinstallateur. Der Hof ist Arbeitsort und Zuhause zugleich. Priska Niffeler beschreibt den Alltag mit einem Lächeln: «Es ist immer etwas los.» Räume entstehen dort, wo sie gebraucht werden – sei es am Tisch oder draussen auf dem Gelände.

Unterstützt werden die Abläufe auch durch digitale Hilfsmittel. Die Niffelers arbeiten schon seit mehreren Jahren mit dem barto Hofmanager. Das Modul «digitaler Feldkalender» dokumentiert alle Arbeiten, die auf den Feldern stattfinden – von Aussaat, über Düngung, zu Pflegemassnahmen bis zur Ernte. «Per Klick habe ich die gesamte Übersicht und auch die Vergleiche zu anderen Jahren. Das erleichtert die Arbeit enorm und spart Zeit», so der Landwirt.

Porträtfoto eines Landwirts
Marcel Niffeler
« Man sieht, was man tut, und trägt Verantwortung für Menschen, Tiere und Land. »

Landwirtschaft im Dialog

Ein besonderes Anliegen ist Priska Niffeler der Kontakt zur Bevölkerung. Der Hofladen ist dafür ein wichtiger Ort. Er ist Verkaufsstelle, Begegnungsraum und Visitenkarte des Betriebs. Neben eigenen Produkten finden sich dort auch Erzeugnisse anderer Höfe aus der Region. Gespräche entstehen dabei ganz von selbst.

Der Austausch mit Kindern ist eine Herzensangelegenheit für Priska Niffeler. Seit Jahren organisiert sie Ferienpass-Angebote der Region Sursee auf dem Hof. Es wird gebastelt, beobachtet, gefragt und erklärt. Insektenhotels werden gebaut, Tiere versorgt, Zusammenhänge entdeckt. Viele Kinder erleben hier zum ersten Mal, wo Lebensmittel herkommen. «Es geht nicht darum, möglichst viel zu zeigen», sagt die engagierte Landwirtin. «Viel mehr wollen wir Verständnis für unsere Arbeit entwickeln.» Diese Arbeit sieht sie nicht als Zusatz, sondern als Teil ihres landwirtschaftlichen Selbstverständnisses. Landwirtschaft soll sichtbar und offen für den Dialog sein.

Zwischen Anspruch und Alltag

Wie viele landwirtschaftliche Betriebe steht auch die Familie Niffeler vor Herausforderungen: Personal zu finden, den Betrieb weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Erwartungen der Abnehmer und Konsumentinnen zu erfüllen, verlangt viel Einsatz.

Die Tage beginnen früh und enden oft spät. Doch die Motivation bleibt. «Die Arbeit fordert jeden Tag aufs Neue, aber genau das spornt uns an. Man sieht, was man tut, und trägt Verantwortung für Menschen, Tiere und Land», sagt Marcel Niffeler. Für ihn wie für seine Frau ist klar: Stillstand ist keine Option. «Wir wachsen mit unseren Aufgaben», sind sie überzeugt. «Als Familie und als Betrieb.» Eine Aussage, die den Hof treffend beschreibt.

Der Betrieb im Überblick

Gemeinde: Grosswangen (LU)
Höhe: 540 m ü. M.
Fläche: 73 Hektaren, davon 22 Hektaren Maisanbau
Tiere: Milchkühe, Kälber und Jager
LANDI: LANDI Sursee

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