Direkt zum Inhalt

Story 3 Minuten

Neue Microgrids für die fenaco-LANDI Gruppe

Solarstrom und intelligente Energiesysteme sind für die Energiewende zentral. Die LANDI in Matzingen (TG), Zollbrück (BE) und Delémont (JU) setzen daher auf Microgrids unserer Tochter AGROLA.

Solarstrom ist für die Energiewende zentral. Bei einigen LANDI realisierte AGROLA nicht nur Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern, sondern ganze intelligente Energiesysteme. Diese sogenannten Microgrids steuern die Energieflüsse im System automatisch, glätten Lastspitzen und entlasten damit auch das öffentliche Stromnetz.

Seit 2015 produziert die LANDI THULA Genossenschaft auf ihrem Areal in Matzingen (TG) Solarstrom. Mit dem jährlichen Ertrag ihrer Photovoltaik-Anlagen könnte sie über 100 Vierpersonen-Haushalte ver-sorgen. Um ihren Eigenverbrauch zu erhöhen, entschied sie sich für einen Batteriespeicher. Damit wird überschüssige Solarenergie zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt selbst genutzt, an-statt diese zurück ins Stromnetz zu speisen. Da die Verantwortlichen in Matzingen zudem die Elektro-Schnellladestation durch ein leistungsstärkeres 165 Kilowatt-Modell ersetzten, stellte sich die Frage der Lastenverteilung. Ähnlich erging es der LANDI ArcJura in Delémont (JU). Auch sie benötigt mit der Inbetriebnahme einer Schnellladestation deutlich mehr Leistung. Neue Lösungen benötigte auch die LANDI Region Langnau in Zollbrück (BE). Denn Analysen für das Areal ergaben, dass das öffentliche Stromnetz für den Betrieb der geplanten Schnellladestation nicht ausgelegt ist. Ein Ausbau der Zuleitung seitens Verteilnetzbetreiber kam aus verschiedenen Gründen nicht infrage.

Intelligente Energienetze als Lösung
An allen drei LANDI Standorten realisierte AGROLA sogenannte Microgrids. Diese kleinen, intelligenten, lokalen Energienetze verbinden die Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher mit den Verbrauchern des jeweiligen Areals. Dazu gehören in Matzingen, Delémont und Zollbrück unter anderem Agrargebäu-de, LANDI Läden oder AGROLA Tankstellen mit TopShops. Ein intelligentes Energie-Management-System überwacht und steuert die Stromversorgung. So werden etwa Lastspitzen mit der Energie aus dem Batteriespeicher abgedeckt. Der Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz wird ausgeglichen. «Mit Microgrids lässt sich Mehrwert generieren. Im Gegensatz zu reinen Photovoltaik-Anlagen produzieren wir nicht einfach nur Strom und speisen den überschüssigen zurück ins Netz, sondern können damit einen Batteriespeicher füllen und die Energie gezielt, anderweitig einsetzen. Die Einsatzmöglichkeiten sind also mehr als lediglich Eigenverbrauch und Stromverbrauch», freut sich Marten van Klooster, Leiter Business Management Gebäude-Lösungen bei AGROLA. Die Basis-Komponenten eines Microgrids – die Photovoltaik-Anlage, ein Speicher und das Energiemanagementsystem – entsprechen der Sys-tembeschreibung des Bundesamts für Energie. «Die Ausbaumöglichkeiten mit weiteren Komponenten sind jedoch nach oben offen. Ein Beispiel der Zukunft könnte sein, dass wir aus der überschüssiger Energie Wasserstoff erzeugen», ergänzt Marten van Klooster.
 

Lokaler Mehrwert bei den LANDI
In Matzingen ist das erste Microgrid seit Anfang September 2022 im Regelbetrieb. In Zollbrück läuft seit Anfang November 2022 die Testphase für die Feinabstimmung. Künftig bezieht die dortige LANDI einen Teil der Energie für die neue Schnellladestation aus dem Batteriespeicher. Mitte November 2022 folgt mit Delémont das dritte Microgrid auf einem LANDI Areal. Es umfasst zwei parallel betriebene Batterie-speicher und ist so ausgelegt, dass bei Bedarf noch weitere Speicher ergänzt werden können und eine zweite Schnellladestation betrieben werden kann.
 

« Mit Microgrids lässt sich Mehrwert generieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind mehr als lediglich Eigenverbrauch und Stromverbrauch. »
Marten van Klooster, Leiter Business Management Gebäude-Lösungen bei AGROLA

Entlastung der kritischen Infrastruktur
Mit den Microgrids optimieren die LANDI ihren Eigenverbrauch an Solarstrom und tragen zudem zur Sicherung der kritischen Infrastruktur im ländlichen Raum bei. Eine Investition in nachhaltige Energien, die sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt.
 

i

Microgrid

Wird die Photovoltaik-Anlage nebst einem Speichersystem um ein intelligentes Energiemanagement-System erweitert, entsteht ein Microgrid, zu Deutsch Mikronetz. So kann es lokale erneuerbare Energieressourcen wie beispielsweise Solaranlagen, Batteriespeicher und energieintensive Verbraucher (wie z. B. E-Ladestationen) miteinander verbinden. Das Herzstück eines Microgrids ist die zentrale Steuereinheit, die eine optimale Verteilung der Energieflüsse im Microgrid gewährleistet und dadurch Lastspitzen intelligent ausgleicht.
 

fenaco Newsletter
Möchten Sie am Ball bleiben und stets erfahren, was bei der fenaco läuft?
Ja, anmelden