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Story 3 Minuten

Hightech am Boden und in der Luft

KI und Robotik sind in der Landwirtschaft angekommen.

Digitale Technologien wie KI und Robotik sind in vielen Bereichen der Landwirtschaft im Einsatz und werden laufend weiterentwickelt.

Der Maschinenpark ist unübersehbar. Beim Eingang zu den Feldtagen 2026 am Stand von Serco und Sevra reihen sich grosse, moderne Claas-Traktoren an Erntehelfer, Hackmaschinen und Roboter – Sensorik, Kameras, KI gehören heute bei vielen Geräten dazu. Gleich daneben präsentieren die Agrarpiloten die zurzeit grösste am Markt erhältliche Landwirtschaftsdrohne von DJI. Der Probeflug beeindruckt nicht nur Technikfans.

Auf den Versuchsflächen in Kirchberg (BE) wird deutlich: Moderne Landtechnik bedeutet vor allem eines – gezielter und effizienter arbeiten. Sensoren, Kameras und intelligente Software helfen, Ressourcen wie Pflanzenschutzmittel oder Dünger punktgenau einzusetzen. Das schont Umwelt, Boden, und Portemonnaie. «Wir betreiben Innovation nicht zum Selbstzweck, sondern um die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen», betont Jürg Friedli, Leiter Pflanzenbau bei der fenaco. Aber wie geht das genau?
 

KI fürs Jäten in Reihen
 

Eines der Highlights an den Feldtagen 2026 ist die Ullmanna-Hackmaschine. Das mit Kamera und KI ausgestattete Anbaugerät ist auf die mechanische Unkrautentfernung in Reihenkulturen spezialisiert. Es erkennt Kulturpflanzen und unterscheidet sie zuverlässig von Beikraut. Die Hackwerkzeuge greifen punktgenau ein – und zwar nur dort, wo es wirklich nötig ist. Und gänzlich ohne Pflanzenschutzmittel.
 

Joel Mosimann, Verkaufsleiter Sevra Suisse
« Die Ullmanna-Technologie bekämpft Unkraut in über 90 Kulturen sehr präzise. »

Seit gut zwei Jahren arbeiten Kundinnen und Kunden von Sevra erfolgreich mit dieser Technologie. «Bereits 15 Ullmanna-Hackmaschinen sind in den Regionen Genf, Bodensee und Rheintal im Einsatz – sowohl im Bio- wie auch im konventionellen Gemüseanbau», sagt Joel Mosimann, Leiter Verkauf Sevra Suisse. «Die Maschine bekämpft Unkraut sehr präzise in über 90 Kulturen wie Zuckerrüben, Salat, Kohlarten oder Mais. Die Daten für weitere Kulturen kann das Hackgerät in nur einer Stunde direkt auf dem Feld erfassen und an den Hersteller für die Programmierung übermitteln», ergänzt er. Sein Mitarbeiter Yannick Dähler hält fest: «Die Flächenleistung der Ullmanna-Hackmaschine ist enorm. Zudem sind dank der mechanischen Bearbeitung fast keine Pflanzenschutzmittel mehr notwendig». Bio-Landwirt Thomas Läser aus Presinge (GE) bestätigt die Vorteile aus der Praxis: «Seit diesem März bin ich Besitzer einer Ullmanna-Hackmaschine. Die Handarbeit zwischen den Zuckerrüben, Zwiebeln und dem Knoblauch fällt nun weg, der Arbeitsaufwand ist somit viel geringer. Nach regelmässigen Durchgängen wächst auch deutlich weniger Unkraut zwischen den Kulturen, sodass sich die Pflanzen besser entwickeln können.» Für Thomas Läser ist aber auch klar, dass er in der Anwendung noch mehr Erfahrung sammeln möchte, um die Ullmanna je nach Wachstumsstadium der Kulturen und des Unkrauts optimal einsetzen zu können.

Der autonome Helfer


Ein weiterer, präziser Jätehelfer zieht die Blicke an den diesjährigen Feldtagen auf sich: der Hackroboter von Odd.Bot. Autonom bewegt er sich durch die Kulturreihen auf Dämmen oder auf Feldern mit breiter Saat wie Karotten, Zwiebeln oder Pastinaken. Auch er entfernt Unkraut mechanisch und ohne chemische Mittel. Sevra hat das System seit August 2025 im Angebot. «Mit seinem geringen Gewicht von rund 500 Kilogramm schont er den Boden und kann auch bei feuchten Bedingungen eingesetzt werden», erklärt Yannick Dähler.
 

Yannick Dähler, Sevra Suisse
« Der Odd.Bot-Hackroboter schont mit seinem geringen Gewicht von rund 500 Kilogramm den Boden. »

Gigantische Landwirtschaftsdrohne


Ein helikopterähnliches Geräusch lässt die Besucherinnen und Besucher der Feldtage neugierig in die Höhe Blicken: Die Agrarpiloten, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern, lassen eine DJI AGRAS T100 abheben. Die Drohne beeindruckt mit ihrer Grösse: Ausgeklappt misst sie über drei Meter in der Breite. Vier Rotorarme mit insgesamt 16 Propellern sorgen für den nötigen Auftrieb. «Sie kann Lasten von bis zu 80 Kilogramm transportieren und appliziert Saatgut, Pflanzenschutzmittel oder Dünger aus der Luft – präzise, schnell und auch auf schwer zugänglichen Flächen», erklärt Jan Grütter, Kundenberater bei Agrarpiloten von AGROLINE.
 

Blick in die Zukunft: Laser gegen Unkraut


Und die Entwicklung geht weiter: Zum Beispiel werden aktuell neue Ansätze diskutiert und Versuche durchgeführt, wie Lasertechnologie in der Unkrautbekämpfung eingesetzt werden kann.

Für Besucherinnen und Besucher – ob Fachleute oder Laien – wird greifbar, wie sich die Arbeit auf dem Feld derzeit Schritt für Schritt verändert.
 

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