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Story 5 Minuten

«Die Logistik ist eine unsichtbare Lebensader»

Chérine Bärtschi ist in der Welt der internationalen Logistik aufgewachsen und lebt sie heute mit vollem Herzblut.

Als junge Frau in einer männerdominierten Branche hat sich Chérine Bärtschi ihren Platz erarbeitet. Heute leitet sie das Trockensortiment bei der Volg Konsumwaren AG und führt ein Team von 80 Mitarbeitenden.

Chérine Bärtschi war erst 26 Jahre alt, als sie bei Volg die Führung von 80 Mitarbeitenden übernahm. «Damals fühlte es sich so an, als würde ich in ein Becken springen, dessen Tiefe ich nicht kannte», erinnert sie sich. Doch da war diese innere Überzeugung, die ihr schon früh mitgegeben wurde: Du schaffst das. Ihre Eltern hatten diese Haltung in ihr gestärkt – lange bevor sie wusste, welchen Weg sie einschlagen würde.

Zuhause zwischen den Kulturen

Chérine wuchs in einem international geprägten Elternhaus auf. Ihre Eltern arbeiteten beide in der globalen Logistikbranche – und so war die komplexe Welt des internationalen Warenhandels für sie von klein auf selbstverständlicher Alltag. Früh lernte Chérine, in unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Mentalitäten zu Hause zu sein. Ihre Mutter brachte einen marokkanischen Hintergrund mit, ihr Vater einen deutsch-schweizerischen. Die berufliche Laufbahn ihrer Eltern führte die Familie auch einige Jahre nach Tunesien und in die USA. Durch das Aufwachsen zwischen den Nationen lernte Chérine früh im Leben, Brücken zu bauen und Grenzen zu überwinden – Fähigkeiten, die ihr später in der Logistik zugutekommen sollten.

Chérine Bärtschi, Leiterin Trockensortiment bei Volg
« Logistik ist mehr als Transport von Waren. Es geht um Bewegung, Wandel und Kreativität. »

Nach ihrer kaufmännischen Lehre in einem Transportunternehmen und der Arbeit als Transportdisponentin wuchs Chérines Begeisterung für die Branche stetig. «Für mich ist die Logistik weit mehr als der Transport von Waren», erklärt sie. «Es geht um Bewegung, Wandel, Kreativität. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, und man muss schnell funktionierende Lösungen finden.» Nach ihrer Erfahrung in den Transportunternehmen durfte sie während einiger Jahre den internationalen Handel eines chinesischen Unternehmens mit Sitz in der Schweiz steuern.

Ohne Logistik läuft nichts

Die Logistik ist eine Branche, die für viele Konsumentinnen und Konsumenten kaum sichtbar ist. Sie arbeitet im Hintergrund. Eine unsichtbare Lebensader, die alle wichtigen Lebensstoffe in der Welt verteilt. Ohne Logistik stehen Supermarktregale leer, fehlen Medikamente in der Apotheke, bleibt die Industrie ohne Rohstoffe. «Die meisten Menschen denken nicht daran, was dahintersteckt, wenn sie morgens ihre Milch aus dem Kühlschrank nehmen oder etwas online bestellen und das Paket am nächsten Tag da ist», sagt Chérine. «Aber hinter jedem Produkt steckt eine riesige Kette an Menschen, Entscheidungen und Präzisionsarbeit.» Diese unsichtbare, aber unverzichtbare Rolle der Logistik ist es, die sie an ihrem Beruf fasziniert. 

Der Weg in die Führung

Die berufliche Leidenschaft trieb Chérine an, sich weiterzubilden – zuerst machte sie ein Diplom zur Logistikfachfrau, später ein Nachdiplomstudium zur Leiterin Logistik. «Nach dieser Ausbildung war für mich klar, dass ich in eine Führungsposition wechseln muss, wenn ich das Gelernte wirklich anwenden will», erinnert sie sich. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.

Sie war jung. Und sie war eine Frau. Führungspositionen in der Logistik sind auch heute noch stark männerdominiert. «Ich suchte lange nach einer passenden Stelle und begann schon daran zu zweifeln, ob ich vielleicht die Branche wechseln müsste», erzählt sie offen. Die Hürden waren real: Skepsis gegenüber ihrer Jugend, gegenüber ihrem Geschlecht, gegenüber ihrer Herkunft. Doch Chérine liess sich nicht entmutigen. Sie blieb beharrlich, zeigte Haltung und konzentrierte sich auf ihre Stärken. Dann stiess sie auf eine Stelle bei Volg. Erst dachte sie, es wäre vielleicht eine etwas zu kleine, zu regionale Anstellung. Sie bewarb sich trotzdem – und war überrascht von der tatsächlichen Grösse des Unternehmens: «Was man mir hier angeboten hat, hat mich einfach umgehauen.» 
 

Chérine Bärtschi, Leiterin Trockensortiment bei Volg
« Bei uns zählt der Mensch – und die Arbeit, die er leistet. »

Logistik ist Teamarbeit

Bei Volg wurde Chérine die Leitung des Trockensortiments anvertraut: 80 Mitarbeitende, hunderte Artikel, täglich bis zu 900 Rollcontainer mit Waren wie Reis, Nudeln, Getränken, Waschmitteln und Baby-Windeln für über 600 Dorfläden. In der Logistik gibt es keine Verschnaufpause. Eine Hand arbeitet in die andere, und ein verpasster Moment kann die gesamte Lieferkette ins Stocken bringen.

Das spürt man auch an einem normalen Morgen im Verteilzentrum: Noch bevor die erste Schicht richtig angelaufen ist, sind die ersten Rollcontainer bereits auf dem Weg – jeder Handgriff sitzt, jede Abfolge ist abgestimmt. «Wenn ich sehe, wie das Team ineinandergreift und der Ablauf einfach läuft, dann weiss ich: Dafür mache ich das», sagt Chérine. Logistik sei Teamarbeit in Reinform, betont sie. «Jede Person, jeder Handgriff, jede Entscheidung hat Auswirkungen auf das Ganze. Wenn jemand seinen Job nicht macht, spürt es das gesamte System.» Für sie ist deshalb klar: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist ein Puzzleteil, das zum grossen Bild beiträgt. Niemand ist austauschbar – jeder bringt einen einzigartigen Mehrwert mit. 
 

Zusammenhalt und Offenheit

Chérines Team ist so divers wie die Welt, aus der sie stammt: Menschen verschiedener Herkunft, Sprachen und Hintergründe arbeiten Seite an Seite. Was sie verbindet, ist der gemeinsame Einsatz für einen reibungslosen Ablauf. «Wenn Menschen gut zusammenarbeiten, wächst Verlässlichkeit – und Verlässlichkeit schafft den Raum für echten Austausch», meint Chérine. Das ist für sie keine Managementfloskel, sondern gelebte Praxis. Sie setzt auf Klarheit, gegenseitige Wertschätzung und eine offene Gesprächskultur. Jede Person im Team soll wissen, dass ihre Arbeit gesehen und anerkannt wird. Bei Volg hat Chérine einen Ort gefunden, der wirklich zu ihr passt. Ihre Spontanität und Offenheit – früher in anderen Umgebungen oft als «zu viel» wahrgenommen – sind hier genau das, was das Team trägt und voranbringt. «Hier kann ich Stärke zeigen, genau so wie ich bin», sagt sie. «Was zählt, ist der Zusammenhalt im Team – und die Gewissheit, dass jede Stimme gehört wird.» 

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